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Regionale Rechtsextreme im Visier
Der Verfassungsschutz verzeichnet in Neubrandenburg und MST etliche rechtsextremistische Aktivitäten
27.05.2010
Von Andreas Segeth
Neubrandenburg. Die Viertorestadt und der Landkreis Mecklenburg-Strelitz werden im vor wenigen Tagen veröffentlichten Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2009 fast ausschließlich im Zusammenhang mit rechtsextremistischen Aktivitäten genannt.
So seien Friedland und Burg Stargard zwei von sieben landesweiten Schwerpunkten der subkulturellen rechtsextremistischen Szene. Die Angehörigen dieser Gruppen bilden "auch weiterhin den überwiegenden Teil des gewaltbereiten rechtsextremistischen Personenpotenzials". Im vergangenen Jahr wurde in Mecklenburg-Strelitz zudem ein Skinhead-Konzert registriert: Dieses fand am 25. Juli in Ulrichshof bei Groß Miltzow statt.
Im Kreis werden auch drei lockere rechtsextremistische Zusammenschlüsse genannt: Hierzu zählen der so genannte "Stargarder Freundeskreis", die "Nationalen Sozialisten Friedland" und die "Kameradschaft Neubrandenburg". Sie seien eher gering organisiert, dennoch dem nationalsozialistischen Gedankengut verhaftet und regelmäßig an Aktivitäten der Szene beteiligt. Personenzahlen nennt der Verfassungsschutzbericht nicht.
Am 20. Mai 2009 wurde die "Mecklenburgische Aktionsfront" durch das Innenministerium verboten, weil diese sich mit jahrelangen Aktivitäten, teilweise kämpferisch-aggressiver Natur, "gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung" gerichtet hat.
Erwähnt wird auch der mittlerweile sechste Tollensemarsch der rechtsextremistischen Szene, bei dem am 28. Februar 2009 von Burg Stargard nach Usadel und zurück etwa 65 Personen unterwegs waren. Die von der NPD angemeldete Demonstration am 1. Mai hingegen wurde abgesagt. Dagegen erwähnen die Verfassungsschützer eine unangemeldete Demonstration mit etwa 200 Teilnehmern, die am 15. August anlässlich des Todestages des einstigen Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in Friedland stattfand. Auch in Friedland haben etwa 25 Personen der rechtsextremistischen Szene versucht, eine offizielle Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am Vertriebenendenkmal zu stören. Neben der NPD, die es bei der Kommunalwahl im Juni 2009 mit je einem Abgeordneten in die Stadtparlamente von Neubrandenburg und Friedland schaffte, existiert im Landkreis an rechtsextremistischen Parteien auch die DVU, die in der Viertorestadt regelmäßig zu Stammtischen einlädt - allerdings ohne große Außenwirkung.
Die einzige im Verfassungsschutzbericht erwähnte Aktivität aus der hiesigen Region, die nicht den Rechtsextremismus betrifft, beschäftigt sich mit dem Sprecherrat des "Koordinationsrats der Muslime in Mecklenburg-Vorpommern". Diesem gehöre auch ein Vereinsvertreter aus Neubrandenburg an.
Nordkurier-Neubrandenburg
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