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Rostocker stoppen NPD

22.04.2010

von Joachim Mangler, dpa

ROSTOCK - Den Rostockern steht ein unruhiges erstes Mai-Wochenende ins Haus. Dafür werden Großveranstaltungen wie die 1.-Mai-Demo der Gewerkschaften, ein NPD-Aufmarsch mit Gegenveranstaltungen am Samstag sowie das Fußballderby zwischen den Zweitligisten FC Hansa Rostock und FC Energie Cottbus sorgen.

Politisch brisant verspricht die mit 400 Teilnehmern angemeldete NPD-Veranstaltung im Stadtteil Lütten Klein zu werden. Ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und anderen Organisationen zeigt sich entschlossen, den Extremisten entgegenzutreten. Derzeit sind zwei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern angemeldet.

Eine der Gegenveranstaltungen ist im benachbarten Stadtteil Evershagen geplant. Dort soll bei einem Maifest mit musikalischem und kulturellem Bühnenprogramm unter dem Motto "1. Mai nazifrei - Vielfalt statt NPD" ein Anlaufpunkt für alle Rostocker geschaffen werden. "Wir wollen die Menschen in Lütten Klein nicht alleine lassen", begründete die Vize-Bürgerschaftsvorsitzende Ingrid Bacher (SPD) die unmittelbare Nähe zum NPD-Geschehen. Die Bürgerschaftsabgeordnete der Sozialistische Alternative, Christine Lehnert, kündigte den Versuch an, den Aufmarsch der NPD blockieren zu wollen. Es gebe genügend bundesweite Beispiele, wo solche Vorhaben mit friedlichen Mitteln gelungen seien. Nach Worten des Rostocker Landtagsabgeordneten der Linken, Wolfgang Methling, ist es wichtig, dass die Rostocker Bürger bei allen Aktionen dabei sind. Ein Bild, bei dem die NPD demonstriert, Gegendemonstranten versuchen, den Weg zu versperren und die Lütten Kleiner schauten vom Balkon aus zu, dürfe es nicht geben. "Wir wollen nicht, dass die Nazis die Straße beherrschen." Die Gewerkschaften haben unterdessen zur Teilnahme an der traditionellen Demonstration am Werftdreieck und zum Straßenfest am Gewerkschaftshaus in der Innenstadt aufgerufen. Der Vorsitzende der DGB-Region Rostock-Schwerin, Thomas Fröde, betonte, dass die Gewerkschaft die Demonstrationsaufrufe unterstütze und jeden demokratischen Protest gegen die NPD befürworte. Die getrennte Aktion, zu der er 300 Teilnehmer erwarte, mache Sinn: "Wir bewahren die Innenstadt davor, dass die NPD dort demonstrieren kann."

Nach Worten des Sprechers von Hansa Rostock, Karsten Lehmann, ist das Duell Hansa gegen Cottbus ein Spiel mit erhöhtem Risiko. Den Cottbussern seien 2400 Karten zur Verfügung gestellt worden. Ob dieses Kontingent ausgeschöpft wird, stehe noch nicht fest. "Wir wünschen uns eine friedliche Partie. Es steht ja auch viel auf dem Spiel", sagte Lehmann . Die Fans beider Vereine stehen sich traditionell eher feindlich gegenüber.

svz

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