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Übernehmen Nazi-Rocker Motorradclub?

20.02.2010

Gägelow (OZ) - Die Aktivitäten eines Motorradclubs (MC) sorgen in Wismar und Nordwestmecklenburg für Aufregung. Ein "Schwarze Schar MC" hat das "Black Paradise" in Gägelow (Nordwestmecklenburg) übernommen. Das Clubheim für Motorradfans gehört seit wenigen Wochen Phillip S. aus Wismar. S. war ehemals Betreiber des Werwolf-Shops in der Hansestadt. Er gilt als Anhänger der rechtsextremen Szene - so wie ein Teil der Mitglieder des Motorradclubs.

Das Schweriner Innenministerium ist bereits aufmerksam geworden: "Die Aktivitäten des Motorradclubs Schwarze Schar sind den Sicherheitsbehörden bekannt. Ihm gehören auch Personen an, die der rechtsextremistischen Szene zuzurechnen sind. Die Intention des Clubs ist noch unklar", sagte ein Sprecher auf OZ-Anfrage.

In Gägelow ist man wenig begeistert von den neuen Besitzern des Clubhauses. Vor allem deshalb, weil der vorherige Pächter, die Motor-Sport-Freunde Gägelow, in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen hatten, um den Ruf der Biker geradezubiegen. "Wir hatten ein gutes Verhältnis zur Kommune", sagte der Präsident der Gägelower Biker, Marco Bosenius. "Wir wären hier gern geblieben, aber das Haus ist leider verkauft worden." Seitdem schmückt ein neuer Schriftzug das Gebäude. Die "Schwarze Schar", die sich nach eigenen Angaben am 1. Dezember 2008 gegründet hat, erklärt auf ihrer Internetseite, dass man sich entschieden habe, sich zu seiner deutschen Herkunft zu bekennen und dementsprechend die Ämter und Bezeichnungen der deutschen Sprache zu unterwerfen. Der Name des Clubs stamme aus der Zeit der napoleonischen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich in Deutschland Freikorps gründeten, die gegen die französischen Besatzer kämpften. Eines dieser Korps hieß "Schwarze Schar".

Für Gägelows Bürgermeister Uwe Wandel ist die Entwicklung kein gutes Zeichen. "Aber den Verkauf konnten wir nicht verhindern, das ging von privat an privat."

Ostseezeitung

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