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Preiswerter Wohnraum als Lockmittel
30.10.2009
Von Andreas Zecher
Greifswald. Die Diskussion um burschenschaftliche Aktivitäten an der Uni Greifswald hat neuen Zündstoff erhalten. Seit mit Christoph Böhm vor Kurzem ein Mitglied der "Markomannia" als Nachrücker ins Studentenparlament gekommen ist, wird die Frage nach rechtsextremen Tendenzen in der hiesigen Studentschaft erneut gestellt. In den Räumen des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA) liegt ein Flyer aus, der das nationalstaatliche Verhältnis dieser Verbindung wiedergibt. Demnach ist es für das burschenschaftliche Selbstverständnis "grundlegend, dass keine Abtretung der deutschen Ostgebiete stattgefunden hat".
AStA-Vize Pedro Sithoen sagte gegenüber Nordkurier, dass die Auseinandersetzung mit Markomannia und einer weiteren Burschenschaft namens "Rugia" nicht bedeute. dass im politischen Diskurs alle studentischen Verbindungen über einen Kamm geschoren würden. Richtig aber sei, dass es unter den Studierenden Kräfte gebe, die sich "am Rand des demokratischen Spektrums bewegen". Der AStA verweist darauf, dass er unter den Erstsemestlern Aufklärungsarbeit darüber leiste, dass hinter einigen preiswerten Zimmerangeboten Burschenschaften mit bedenklichen politischen Einstellungen steckten, die auf diese Weise Nachwuchsgewinnung betreiben. Zu einem akut aktuellen Problem wollte Sithoen die Auseinandersetzung mit den Burschenschaften nicht erklären.
Das studentische Online Portal "webmoritz" fragte unlängst, ob es "ein faktisches Hausverbot für Burschenschaften an der Uni" gebe. An einigen Reaktionen des Rektorats gegenüber Markomannia und Rugia hätten das Leser in ihren Kommentaren zum Ausdruck gebracht, hieß es. Falsch interpretierte Wahrnehmungen, so ein Uni-Sprecher. Von einer expliziten Auseinandersetzung mit den Burschenschaften könne keine Rede sein. Dazu gebe es auch keinen Anlass, da deren Aktivitäten außerhalb und unabhängig vom regulären Hochschulleben stattfänden. Bei offiziellen Anlässen träten deren Vertreter nicht in Erscheinung.
Die Burschenschaft Markomannia hat sich zum wiederholten Mal als in der "Mitte der Gesellschaft" befindlich definiert. Deren umstrittener Nachrücker ins Studentenparlament, Böhm, distanzierte sich mehrfach öffentlich vom Vorwurf des Rechtsextremismus. Politisch sehe er sich in der Nähe von CDU und FDP, sagte er. Die Verbindung zur rechtslastigen Burschenschaft Rugia bezeichnete Böhm jedoch als freundschaftlich. Bis zu den Stupa-Wahlen, Anfang 2009, war Markomannia im politischen Raum nicht in Erscheinung getreten.
Nordkurier-Anklam
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