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"Extremisten fühlen sich ausgegrenzt"
24.10.2009
Von Roswitha Volk
Altentreptow/Demmin. Unter dem Motto "Vielfalt tut gut" traf sich die Jahreskonferenz des Lokalen Aktionsplanes (LAP) im Landkreis Demmin am vergangenen Montag in Altentreptow. Ihr Ziel war es, über Maßnahmen der Kriminalprävention, der Stärkung der Zivilcourage und der Förderung von Toleranz und Demokratie zu informieren.
"Seitdem der Kreis mit einem eigenen Aktionsplan am Bundesprogramm ,Vielfalt tut gut' teilnimmt, konnten seit 2007 schon 44 Projekte mit insgesamt 270 000 Euro unterstützt werden", berichtete Rainer Plötz, Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises. "Wahrscheinlich bekommen wir für nächstes Jahr weitere 100 000 Euro an Fördergeldern." Auch diese Mittel sollten an Aktionen gehen, die sich der Aufklärung und Demokratieförderung widmen. "Bei der Vergabe kommt es darauf an, den Schwerpunkt noch mehr auf nachhaltige Projekte zu legen und die Aktivitäten weiter zu bündeln und schwerpunktmäßig zu setzen", fügte Plötz hinzu. Besonderen Wert läge er dabei auf Projekte für junge Leute. "Rechtsextreme fühlen sich sehr viel stärker als andere Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen und einflusslos", erklärte Mathias Greisert vom Regionalzentrum für demokratische Kultur "Mecklenburger-Seenplatte". "Deswegen müssen wir Kindern schon von klein auf zeigen, wie sie sich beteiligen können und dass ihre Stimme
auch gehört wird."
Nicht um Partizipation, sondern um Verständnis füreinander ging es in dem vom LAP geförderten Konfirmandenprojekt der Kirchenkreise Demmin und Stralsund, das vom 3. bis zum 5. Juli in Sassen stattfand. "Wir wollten die ungerechte Verteilung in der Welt erfahrbar machen und zeigen, warum es zu Flucht und Migration kommen kann", stellte die Wildberger Pastorin Tabea Bartels das Ziel der Aktion vor.
"Deswegen haben wir Orte aus verschiedenen Ländern nachgestellt, auf die wir die 230 Teilnehmer für einen Tag verteilt haben." Dabei seien den Teenagern schon beim Kochen große Unterschiede aufgefallen. "Während die afrikanischen Dorfbewohner Probleme beim Feuermachen hatten, konnten sich die Westeuropäer einfach Pizza bestellen", erzählte die Pfarrerin von den Erfahrungen der Teilnehmer.
Insgesamt nahmen etwa 60 Personen aus verschiedenen Organisationen, Vereinen, Ämtern und Bildungseinrichtungen an der Konferenz teil.
Nordkurier-Demmin
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