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Gericht verurteilt Schläger
27.08.2009
Malchin (TB). Der Überfall auf zwei junge Leute vor dem Malchiner Stadthaus hatte Ende des vergangenen Jahres in Malchin für große Empörung und Aufsehen gesorgt. Und er hat das Problem der rechten Gewalt in der Stadt deutlich werden lassen. Neun Monate später hat das Jugendschöffengericht Demmin jetzt einen zur Tatzeit 19-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Als Bewährungsauflage muss er 400 Euro an sein Opfer zahlen. Bei einem zweiten Angeklagten stellte das Gericht das Verfahren ein, weil er zwischenzeitlich bereits wegen einer anderen Straftat verurteilt ist.
Die Ermittlungen der Polizei hatten Verbindungen der Schläger zu rechten "Kameradschaft Malchin" ergeben (der Nordkurier berichtete).
Der Täter hatte mit einem Gegenstand aus Metall auf den Kopf des Jugendlichen eingeschlagen. Das Opfer erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma. Weil der Jugendliche die Hände schützend über den Kopf hielt, konnte er wohl noch schlimmere Verletzungen verhindern. Der jetzt verurteilte Täter hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Körperverletzungen begangen. Vorangegangene Erziehungsmaßnahmen hätten nach Ansicht von Richter Daniel Schisler "bisher nicht gefruchtet" und hätten wohl "eher als Ermutigung auf dem Weg in den Abgrund" gewirkt. Vor dem Urteilsspruch hat sich der Angeklagte jetzt im Gerichtssaal bei seinem Opfer entschuldigt.
Das Opfer habe nach der Verurteilung die Hoffnung geäußert, dass die Androhung einer Haftstrafe weitere Angriffe des Verurteilten verhindere, teilte der Verein "Lobbi" mit, der sich um die Opfer rechter Gewalt kümmert. Das Urteil müsse auch dazu führen, dass sich in Malchin größere Kreise mit dem Problem von rechter Gewalt und Neonazi-Strukturen auseinander setzen, hieß es von dem Verein weiter.
Nordkurier-Malchin
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