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Unbekannte greifen Jugendliche an
23.07.2009
Von Siegfried Denzel
Stolpe. Der "Ausklang" des Dorf- und Hafenfestes am Wochenende in Stolpe wird die Polizei wohl noch einige Zeit beschäftigen - und sechs Jugendliche aus Hamburg künftig wohl zweimal überlegen lassen, ob sie noch einmal einen Ausflug an die Peene unternehmen sollen. Denn ihr Zelten am dortigen Wasserwander-Rastplatz wurde am Sonntag gegen 3.30 Uhr jäh unterbrochen: Nachdem drei offensichtlich betrunkene Jugendliche zuvor schon gegen die Zelte uriniert hätten, eskalierte die Situation, wie der 19-jährige Jan Woltersdorf als einer der Betroffenen schildert. "Sie beschimpften und beleidigten uns, schlugen mit einer Stange auf einen Zeltvorbau ein und warfen mit einer fast vollen Whisky-Flasche." Die habe eine 18-Jährige an der Nase getroffen, so dass diese sich im Anklamer Krankenhaus ambulant habe behandeln lassen müssen.
Eine Chance, sich zu wehren, habe nicht bestanden, meint der 19-Jährige, der seine Freunde nach einer mit seinen Eltern unternommenen Angeltour für ein Paddel-Wochenende auf der Peene gewonnen hatte: "Wenn wir uns gewehrt hätten, wäre wohl alles noch schlimmer geworden." Denn die drei Angreifer seien regelrechte "Schränke" und der Gruppe aus Hamburg körperlich weit überlegen gewesen, schildert Jan Woltersdorf.
Axel Falkenberg, der Sprecher der Polizeidirektion Anklam, bestätigte auf Nachfrage den Vorfall. Für den Eindruck der Hamburger Jugendlichen, es habe sich bei den Tätern wohl um Rechte gehandelt, gebe es aus polizeilicher Sicht jedoch bislang keine Anhaltspunkte. Allerdings bestätigte Falkenberg, dass sich vor dem Angriff auf die zeltenden Hamburger bereits gegen 1.50 Uhr in Stolpe eine Schlägerei ereignet hat, bei der ein 21-Jähriger schwer verletzt worden ist: Der junge Mann ist nach bisherigen Erkenntnissen von sechs bis sieben Jugendlichen angegriffen worden; dabei erlitt er einen Augenhöhlen-Bruch und weitere Verletzungen. Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Taten gibt, sei noch unklar.
Unterdessen dokumentiert der Polizeieinsatz am frühen Sonntagmorgen, wie ausgedünnt die Personaldecke der Ordnungshüter inzwischen ist: Weil vor Ort in Anklam kein Streifenwagen "frei" war, musste nach Informationen unserer Zeitung die Einsatzleitstelle der Polizeidirektion einen Hundeführer-Wagen vom zeitgleich stattfindenden Fischerfest "Gaffelrigg" in Greifswald abziehen und nach Stolpe dirigieren.
Dies deckt sich mit den Schilderungen der Hamburger Jugendlichen, wonach die Polizei erst mehr als eine halbe Stunde nach dem Notruf vor Ort an der Peene eintraf. Von den Tätern fehlte zu diesem Zeitpunkt natürlich jede Spur. Allerdings könnte die Fahndung der Polizei von Erfolg gekrönt werden: Denn wie Jan Woltersdorf gegenüber unserer Zeitung berichtete, sei ihnen am Morgen im Dorf gesagt worden, dass man sich durchaus vorstellen könnte, wer für den nächtlichen Angriff verantwortlich sein könnte.
Nordkurier-Anklam
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