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Tabuthema Antisemitismus
15.07.2009
Greifswald - "Das hat's bei uns nicht gegeben! - Antisemitismus in der DDR". So heißt eine Wanderausstellung der Amadeu Antonio Stiftung, seit jüngstem im IKuWo zu sehen. Heike Radvan ist Mitglied der Stiftung und Initiatorin der Ausstellung. "Das Thema wurde sehr lang tabuisiert", sagt sie, "deshalb wollen wir mit dieser Ausstellung Wissen über den Antisemitismus in der DDR vermitteln." Dazu machten sich 76 Jugendliche auf den Weg in acht ostdeutsche Städte und recherchierten zu diesem Thema. Sie befragten Zeitzeugen und suchten nach Informationen in alten Akten. "Ihre Vorgehensweise war oft recht detektivisch", erzählt Radvan. So sind die Jugendlichen zum Beispiel der Frage nachgegangen, was aus dem jüdischen Friedhof in Hagenow geworden ist. "Dort sind die Grabsteine vom Friedhof verschwunden und die Stadt baute damals eine Autowaschanlage darauf", erzählt Radvan. Solche und ähnliche lokale Geschichten sind in der Ausstellung dargestellt und sollen die Besucher zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Pädagogen und Historiker unterstützten die Jugendlichen bei ihren Recherchen. "Ein wissenschaftlicher Fachbeirat und eine Ausstellerin halfen dann dabei, die Arbeit fertig zu stellen", sagt Radvan. Die Ausstellung ist in mehrere Kapitel gegliedert. Sie beginnt mit einem Teil über die Geschichte des Antisemitismus in den vergangenen 2000 Jahren. Daneben gibt es Tafeln über den Umgang mit dem Nahost-Konflikt, zur Gedenkkultur an die Opfer des Nationalsozialismus und zum Umgang mit jüdischen Gemeinden. "Ein Teil der Ausstellung thematisiert außerdem den zunehmenden Rechtsextremismus in den 1980er Jahren", berichtet die Initiatorin. Die Ausstellung läuft noch bis 30. Juli. M. WEISS
Ostseezeitung-Greifswald
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