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Rechtsextremer Ruck geht durch Bargischow
Wahl. Vize-Bürgermeister in der Gemeinde wurde der dem Heimatbund Pommern nahestende Lutz Genz.
10.07.2009
Von Johannes Nuß
Bargischow. Bei der Wahl des ersten stellvertretenden Bürgermeisters in Bargischow hat es am Donnerstagabend eine Überraschung gegeben. Letztendlich konnte bei der konstituierenden Gemeindevertretersitzung der dem rechtsextremistischen Heimatbund Pommern nahestehende Einzelbewerber Lutz Genz im zweiten Wahlgang die meisten Stimmen auf sich vereinen.
Genz hatte sich dem Gremium selbst vorgeschlagen. Nachdem zwei von Ulrich Höckner (CDU) und Eva Dinse (Einzelbewerberin) ins Spiel gebrachte Kandidaten nicht zur Verfügung standen, stellte sich Höckner ebenfalls selbst auf.
"Ich habe im Vorfeld der Gemeindevertretersitzung mit fast allen Beteiligten gesprochen und möchte niemanden vorschlagen. Ich enthalte mich meiner Stimme", sagte der neue Bürgermeister André Stegemann (Einzelbewerber), von Beruf aus Polizist. Mit drei zu zwei Stimmen fiel der erste Wahlgang für Genz aus. Da allerdings für die Wahl die absolute Mehrheit von vier Stimmen erforderlich war, kam es zum zweiten Wahlgang. "Damit wir hier nicht bis Mitternacht sitzen, gebe ich meine Stimme nun an Genz", erklärte Stegemann und wurde somit zum Zünglein an der Waage, dass eine dem rechtsextremen Lager zuzurechnende Person nun als Vize-Bürgermeister agieren kann.
Seinen schweren Stand in der Gemeinde bekam der im Vorfeld der Kommunalwahl als "Nestbeschmutzer" beschimpfte Höckner bereits zu Beginn der Versammlung zu spüren, als er als ältestes Mitglied die Sitzung eröffnete. "Wie alt bist Du überhaupt?", wurde er aus dem Publikum heraus angebellt.
"Die Rechtsextremen verfolgen in Bargischow weiter ihre Strategie", erklärte Annett Freier vom Verein "Demokratisches Ostvorpommern". "Es ist eine Katastrophe, dass Stegemann mit Genz symphatisiert. Der Bürgermeister hat sich damit eindeutig positioniert. Ich kann nur hoffen, dass es Konsequenzen für ihn haben wird."
Nordkurier-Anklam
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