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Ein Kosmos voller Musik und Kontakte
29.06.2009
Von Stephan Radtke
Lärz. Auf dem alten Militärflugplatz Lärz wird es jetzt wieder zusehends ruhiger. Seit Donnerstag hieß es für die kleine Gemeinde im südlichen Müritzkreis wieder Kulturkosmos pur. Vier Tage voller Musik, Kulturprogramm und jeder Menge Spaß liegen jetzt hinter mehreren tausend Besuchern der 13. Fusion. "Fusion 2009 - die Kunst, das Leben mit dem Leben zu verbinden", lautete das Motto in diesem Jahr. "Es ist Wahnsinn, wie sich das Fest hier entwickelt hat", staunte Helke aus Hamburg. Er kam bereits am Mittwoch mit seinen drei Freunden nach Mecklenburg, um hier zu feiern. "Ich musste wegen meiner Ausbildung zwei Jahre aussetzen", erklärte er. "Was sich hier in der Zeit gemacht hat - unglaublich." Dies bestätigte auch die Schweizerin Leonie. Die zwanzigjährige Studentin kam auch nach einem Jahr Pause zurück in eine völlig andere Welt. Weit ab von Straßenlärm und Fleisch - auf dem über 50 Hektar großen Fusionsgelände wird sich vornehmlich vegetarisch ernährt - treten die Fusionisten in einen anderen Lebensbereich. "Ich bin zwar mit meiner Mutter hier", so Linda aus Freiburg. "Aber alle denken, wir sind gute Freundinnen", lachte sie. Und hatte wohl Recht. Eine kleine Gruppe junge Franzosen zeigte reges Interesse an den Frauen. Schnell entwickelten sich Gespräche und eine abendliche Verabredung zum "Luftschloss" - eine von 18 Bühnen auf dem Areal. "Ins Cabaret müssen wir aber auch noch unbedingt", studierten Linda und ihre Mutter Sonja das Programmheft.
Der 40-seitige Veranstaltungsplan versprach vieles. Und die aufgebotenen Acts hielten ihre Zusicherungen ein. Von Elktro-Folk über Garagensounds bis hin zu Trance und sanfter handgemachter Musik wurden sämtliche Musikwünsche der Gäste aus der ganzen Welt erfüllt. Eine Freilichtwand mit Kinofilmen und das Theater boten jede Menge Alternativen zu Bässen und Elektromusik. Und Gerit und Doreen mit ihrem vier Jahre alten Sohn Luca nutzten den neuangelegten Kinderspace beim Familiencamping. "Hier gibt es anstatt lauter Musik einen französischen Zirkus, der nicht nur unseren Sohn sehr gut unterhält." Unterhaltend und zugleich atemberaubend war die abendliche Feuershow mehrerer Künstler. Sie zogen um Mitternacht am Sonnabend durch die Hauptstraße und begeisterten mit Feuerwirbeln und brennenden Fackeln. Ein brennendes Erlebnis hatte auch Natalie. Die Rostockerin musste nach einer unachtsamen Minute beim Grillen die DRK-Station aufsuchen. "Die sind echt nett und schnell gewesen", so die junge Dame, die sich ihre Handverletzung versorgen ließ. Mit einigen Scherzen und kühlenden Verbänden waren schnell die Sorgen vergessen. So wie die Hansestädterin wurden weitere 1500 Patienten durch die ehrenamtlichen Sanitäter und Notärzte des Deutschen Roten Kreuzes versorgt - meist wegen auf leichten chirurgischen Notfällen und Kreislaufbeschwerden. Die Polizei hatte mit mehreren Alkohol- und Drogendelikten zu tun.
Gestern wurde es allmählich wieder ruhig rund um die Hangars. Arbeiter waren mit Abbauen und Aufräumen beschäftigt und viele Besucher freuen sich schon jetzt auf die 14. Fusion Ende Juni 2010.
Nordkurier-Waren
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