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Mit dem Schaber gegen Nazi-Aufkleber

30.05.2009

Waren (jis). Ihre grauen Haare sind verwuschelt, ihr Blick streift unruhig über Wände, Regenrinnen und Briefkästen. In der Hand hält sie einen Stoffbeutel, auf dem der Satz steht: "Wer die NPD wählt, wählt Hass". Die Berlinerin Irmela Mensah-Schramm fällt auf, wenn sie durch die Fußgängerzonen Deutschlands zieht.

Gestern war sie mit einer Gruppe Jugendlicher des Jugendclubs "Alte Feuerwache" in der Warener Innenstadt unterwegs. Dort läuft seit Donnerstag eine Ausstellung mit Fotografien, die sie bei ihren Aktionen aufgenommen hat. Jugendliche der "Alten Feuerwache" haben passende Sprüche zu den Bildern ausgewählt und aufgehängt. "Hass vernichtet" ist die dritte Ausstellung der Berlinerin in Waren. Insgesamt zeigt sie ihre Fotografien schon zum 318. Mal. Mittlerweile hat sie nach eigenen Angaben in 23 Jahren mehr als 60 000 Aufkleber und andere Nazi-Propaganda entfernt. Und so lautete ihre Mission auch am Donnerstagnachmittag: Alle Plakate, Schmierereien und Aufkleber von Nazis entfernen, die sie sieht.

Dazu hat sie in ihrer Tasche allerlei Hilfsmittel: Mit einem Schaber, wie er eigentlich zur Reinigung von Ceranfeldern benutzt wird, kratzt sie Aufkleber von Regenrinnen und Scheiben. Mit Spülmittel entfernt sie hartnäckige Plakate. "Aufkleber anbringen darf niemand, das ist Sachbeschädigung", erklärt Irmela Mensah-Schramm den Jugendlichen. "Ich mache aber nur die der NPD weg." Dass sie damit nicht allein ist, wird an vielen frischen Klebestellen der Innenstadt deutlich. Andreas Handy von der Europäischen Akademie in Waren erklärt: "Die Polizei und das Ordnungsamt haben schon viele der Aufkleber entfernt." Und auch einige der Jugendlichen wollen in Zukunft mit offenen Augen und einem Schaber unterwegs sein.

"Hass vernichtet" wird noch bis Ende Juni im Jugendclub "Alte Feuerwache" gezeigt

Öffnungszeiten: montags bis freitags 13 bis 19 Uhr

Nordkurier-Waren

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