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Demonstration gegen geplantes Nazi-Konzert
27.05.2009
Ein für Rostock oder Umgebung geplantes Konzert der Gruppe "Kategorie C" versetzt die Polizei in Alarmbereitschaft und mobilisiert die linke Szene. Eine Gegendemonstration gegen den Auftritt, der dem rechten Lager zugerechneten Band, ist inzwischen bei der Stadt angemeldet.
Stadtmitte "Wir stellen uns darauf ein", kündigt Polizeisprecherin Yvonne Burand an. Noch sei allerdings unklar, wo "Kategorie C" tatsächlich auftritt. Es sei aber für die Sicherheitskräfte überhaupt kein Problem, schnell zu reagieren. Im vergangenen Jahr wurde Sanitz als Veranstaltungsort gewählt, und ein Jahr zuvor wichen die Veranstalter nach Klingendorf aus, nachdem eine Rostocker Einrichtung aufgrund von Hinweisen die Band kurzfristig wieder ausquartiert hatte.
Christina Clement von der Antifaschistischen Jugendinitiative (AJI) geht daher davon aus, dass das Konzert auch in diesem Jahr vermutlich nicht in der Stadt Rostock, sondern eher im Umland stattfinden wird. Die Konzertbesucher würden, wie in solchen Fällen üblich, per Handy zum Auftrittsort gelenkt, berichtet sie. Die Antifaschistische Jugend ruft in jedem Fall zur Demonstration auf. Das Motto: "Kategorie C das Mikro klauen." Das Problem mit der Band, deren Namen sich aus der Polizei- Bezeichnung für gewalttätige Fußball-Fans ableitet, sei, dass sie sich selbst gern als unpolitisch gibt, erklärt Tim Bleis vom Rostocker Opferhilfeverein Lobbi. Es gebe aber eindeutige Indizien über Verbindungen zur rechten Szene. Dafür sprächen vor allem die handelnden Personen aus der rechtsextremen Szene oder die Plattenfirma, bei der die Gruppe veröffentlicht, wird Christina Clement deutlicher. Außerdem würden die Karten für das geplante Konzert auch im Neonazi-Laden in der Doberaner Straße verkauft. Die Autofahrer in der Rostocker Innenstadt müssen sich für den kommenden Sonnabend auf den Demonstrationszug mit erwarteten 250 Teilnehmern und mögliche Behinderungen einstellen. Die Demo beginnt um 11 Uhr auf der Südseite des Bahnhofs. Die Route führt dann über Goethe- und Schröderplatz zum Neuen Markt und schließlich via Richard-Wagner-Straße zurück zum Bahnhof, informiert das Stadtamt.
THOMAS NIEBUHR
Ostseezeitung-Rostock
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