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Radtour gegen das Vergessen
Mit dem Fahrrad auf Gedenktour gehen. Dazu laden der Verein Politische Memoriale und Regionalpolitiker ein. Die Tour findet im Gedenken an die 7 000 Opfer der Schiffskatastrophen des Luxusdampfers Cap Arcona und des Frachters Thielbek in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges statt.
24.04.2009
von Volker Bohlmann
NORDWESTMECKLENBURG - Es war am 3. Mai 1945. Britische Bomber versenkten das Passagierschiff Cap Arcona und den Frachter Thielbek in der Lübecker Bucht, westlich der Insel Poel. Was die Piloten nicht wussten: Die Nazis hatten zuvor 7 500 Häftlinge aus dem KZ Neuen gamme bei Hamburg an Bord der Schiffe gebracht. Die Cap Arcona wurde von 64 Bomben getroffen, geriet in Flammen. Der Frachter Thielbeck sank innerhalb von 20 Minuten. Mehr als 7000 Menschen kamen ums Leben.
"Ein Thema, was bewegt und zeigt, mit welcher kriminellen Energie die Nazis die Gefangenen auf dem Schiff verfrachteten. Wir müssen das Andenken an diese schreckliche Tat bewahren", so Landrätin Birgit Hesse.
Ein Anliegen, welches Hugo Rübesamen vom Verein Politische Memoriale e.V. M-V am Herzen liegt. Zwei Gedenktouren für Radfahrer bietet der Verein in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund und dem Förderkreis Cap-Arcona-Gedenken am 3. Mai an. "Alle Teilnehmer erhalten kostenlos T-Shirts zur Erinnerung an ihre Teilnahme", so Rübesamen. Insgesamt habe der Verein mit Unterstützung von Happy-Texx 150 Shirts produzieren lassen. Allein im vergangenen Jahr nahmen mehr als 100 Menschen aus Hamburg, Rostock, Gadebusch und Schwerin an der Gedenkveranstaltung teil.
Bei der Radtour kann zwischen zwei Strecken gewählt werden. Eine Tour führt über Gostorf, Rankendorf und Barendorf zur Gedenkstätte Schloss Groß Schwansee (30 Kilometer). Die zweite Route über 60 Kilometer verläuft von der Kreisstadt über Gostorf, Rankendorf, Dassow, Harkensee und Barendorf nach Groß Schwansee. Beide Strecken sind ausgeschildert. An der Gedenkstätte legen die Teilnhemer individuell eine Gedenkminute ein. Ein Verpflegungsstandort wird am Schloss Groß Schwansee eingerichtet.
Die Cap-Arcona-Gedenktour wurde 2007 erstmalig zum symbolischen Brückenschlag zwischen beiden Erinnerungsorten (Grevesmühlen und Groß Schwansee) und soll an die Geschehnisse und die Opfer der Katastrophe erinnern.
Die 407 Opfer der Cap-Arcona-Katastrophe, deren sterbliche Überreste an der Gedenkstätte Tannenberg in Grevesmühlen beigesetzt sind, waren im Sommer 1957 von Groß Schwansee im Zuge des Ausbaus der Grenze nach Grevesmühlen umgebettet worden. In Groß Schwansee gibt es seit 2006 eine neue Gedenkstätte, auch für die 3000 Opfer, deren Grab die Ostsee geblieben ist.
Schweriner Volkszeitung-Gadebusch
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