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Regionalforum engagiert sich für Zuwanderer

17.04.2009

Von Heike Becker

Neubrandenburg. "Fremdenfeindlichkeit ist ein schlechter Standortfaktor für Mecklenburg-Vorpommern", sagte die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider im Rahmen eines Regionalforums in Neubrandenburg zum Thema "Integration und Vielfalt in der Mecklenburgischen Seenplatte".

Eingeladen waren Vertreter von Kommunen, Vereinen und Verbänden die sich mit Integration von Migranten beschäftigen, und Migranten. Festgestellt wurde, dass die Zahl der Migranten im Land auf den ersten Blick gering erscheinen. Im Bereich Neubrandenburg haben 1432 Zuwanderer ein Zuhause gefunden, in Mecklenburg-Strelitz leben derzeit 1207 Migranten, im Müritzkreis und im Landkreis Demmin sind es jeweils 1116, informierte Björn Marten, der Sprecher des Netzwerkes Integration und Vielfalt. "Von Überfremdung angesichts dieser Zahlen zu sprechen, ist einfach nur frech", sagte er. Marten machte in seinen Ausführungen deutlich, dass es hierzulande keine gewachsenen Strukturen gebe. Arbeitsmigration habe es im Osten Deutschlands nicht gegeben. Er verwies auf die Leitlinien des Landes zur Integration von Zuwanderern, die qualitativ deutlich höhere Ansprüche stellen als in den anderen Bundesländern. So werden hierzulande die Asylbewerber ebenfalls in den Integrationsprozess einbezogen. Er kritisierte auch, dass es in den Verwaltungen zu wenig interkulturelle Kompetenz gebe. Eine Forderung des Forums ist, dass es in allen Kommunen Integrationsbeauftragte geben sollte. Das unterstützte auch der Neustrelitzer Bürgermeister, Andreas Grund. Er war einer von zwei Bürgermeistern der Seenplatte, denen das Thema Integration von Migranten scheinbar am Herzen liegt. Für ihn war es eine interessante Veranstaltung. "Ich hoffe auf die Reformen im Land, da ist ja angekündigt, dass viele Aufgaben an die Kommunen abgegeben werden sollen", sagte er.

Einer der angekommen ist, ist Jakob Erdmann. Der aus Kasachstan stammende Spätaussiedler ist seit sieben Jahren in Deutschland. Der Anfang sei schwer gewesen, berichtete er. Doch er habe zuverlässige Partner gefunden, die ihn praktisch an die Hand genommen haben. Der Partner in diesem Fall war die Arbeiterwohlfahrt. Dort hat Jakob Erdmann jetzt auch eine Arbeit gefunden. Im Ehrenamt engagiert er sich beim PSV. 22 Kinder trainieren bei ihm dreimal in der Woche Ringen. Und das macht er ehrenamtlich. "Sport ist der beste Weg zur Integration", ist Erdmann sich sicher. Einig waren sich alle darüber, dass für die Integration von Zuwanderern mehr getan werden muss. "Wie fremd darf sich ein Mensch fühlen, bis es für ihn selbst ein Problem wird, und wie fremd muss sich ein Mensch fühlen, bis er für die Gesellschaft zu einem Problem wird?" regte die Landtagspräsidentin zum Nachdenken an.

Nordkurier-Neubrandenburg

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