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Protest gegen Thor Steinar-Laden: Geschäft schließt
Etwa 200 junge Leute demonstrierten am Sonnabend gegen den "Fashion Store" im Gewerbegebiet An der Thronpost. Grund: Das Geschäft handelt die rechte Modemarke "Thor Steinar".
09.02.2009
Greifswald. Auf Transparenten forderten die Teilnehmer unter anderem "Lust und Liebe statt Nazis und Hiebe". Der Demonstrationszug, der von der Antifa Greifswald und linken Gruppen organisiert worden war, startete am Südbahnhof und bewegte sich über Schönwalde bis ins Gewerbegebiet. Demo-Sprecher Matthis Fischer zeigte sich zufrieden: "Es gab keine großen Zwischenfälle, insgesamt verlief die Veranstaltung friedlich."
Der Vermieter des Ladens an der Thronpost kündigte derweil an, dass der Mietvertrag mit der Ladenbesitzerin auf Androhung von öffentlichem Druck hin zum 28. Februar ende. Für Ladeninhaberin Mandy Constanze Schöndorf ist das nicht die erste Kündigung wegen der belasteten Marke. Bis zum 30. November 2007 betrieb sie ein Modegeschäft in der Dompassage. Nach öffentlichen Diskussionen und Gesprächen mit Vertretern des städtischen Präventionsrates musste sie den Laden in der Dompassage schließen.
Nach dem Rauswurf aus der Dompassage hatte sich Schöndorf offenbar einen abgelegeneren Standort gesucht. Sie selbst war in den vergangenen Wochen kaum in ihrem Geschäft anzutreffen. Die Kleidermarke Thor Steinar steht in enger Verbindung zur rechten Szene und wird vom Brandenburgischen Verfassungsschutz beobachtet. Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, im Bundestag und in den Fußballstadien vom HSV, Dynamo Dresden, Borussia Dortmund und anderen Vereinen ist das Tragen der Kleidung darum verboten. Ihre politischen Inhalte offenbart die Kleidung erst beim genaueren Hingucken. Zwischen harmloseren Stücken gibt es in der Frauenkollektion des "Fashion Store" ein Trägershirt mit dem Aufdruck einer halbnackten Frau, die auf einer V2-Raktete aus dem Zweiten Weltkrieg reitet. Der Schriftzug lautet "Powerelfe". Männer können einen Pullover erwerben auf denen der Schriftzug "Hausbesuche" und ein aufgedrucktes Sturmgewehr dem Betrachter entgegen springen. A. LÜBBERT/ C. FRATZKE
Ostseezeitung-Greifswald
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