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Hakenkreuz prangt im "Partyraum"
Flugblatt. Eine "Bürgerinitiative" erhebt Vorwürfe gegen die Stadt Friedland. Der Hintergrund: Die Schließung eines Partyraums. Bei der umfunktionierten Doppelgarage handelte es sich offenkundig nicht um einen harmlosen "Partyraum", sondern um einen Treffpunkt der rechtsradikalen Szene.
19.12.2008
Von Niels Seehase
Friedland. Die Stadt Friedland verwahrt sich gegen Behauptungen in einem Flugblatt, das eine Bürgerinitiative "Schöner und sicherer Wohnen in Friedland" jüngst verbreitet hat. In diesem wird eine angeblich mangelnde Unterstützung der Stadtvertreter für die Jugendarbeit in Friedland kritisiert.
Behauptet wird, dass die "Stadtoberen" Eigeninitiativen von Jugendlichen, ihre Freizeit zu gestalten, Steine in den Weg legen würden. Konkret wurde in dem Flugblatt eine Doppelgarage in der Friedländer Krankenkoppel angesprochen. Dazu stellt das Amt für Bau und Ordnung klar: "Dieses Objekt wurde widerrechtlich durch die Jugendlichen in ihrer Nutzungsart umfunktioniert." Die Räumlichkeiten hätten derartige Baumängel aufgewiesen, dass hier unmittelbare Gefahr für Leib und Leben der Nutzer des Gebäudes bestanden habe. "Hier bestand Gefahr in Verzug, sodass umgehend gehandelt werden musste." Den Jugendlichen sei untersagt worden, die derzeitige Nutzung weiterzuführen. Ein Ausbau als Partyraum sei aus planungsrechtlicher Sicht nicht möglich.
Worauf in der Klarstellung der Stadt nicht eingegangen wird und auch in der Flugschrift, die dem Nordkurier vorliegt, unerwähnt bleibt: Bei der Doppelgarage handelte es sich offenkundig nicht um einen harmlosen "Partyraum", sondern um einen Treffpunkt der rechtsradikalen Szene. Das bestätigt Jürgen Kolletzki, Leiter des Polizeireviers in Friedland. Er selbst hatte das Objekt im vergangenen Jahr bei einer Begehung in Augenschein genommen.
Was er vorfand: Fahnen mit Aufschriften wie "Nationaler Widerstand" und "White Power", T-Shirts mit Aufdrucken rechtsextremer Kameradschaften, einen Schriftzug "Nur Hitler" neben einem Porträt Adolf Hitlers, ein etwa zwei mal zwei Meter großes Hakenkreuz, das mit dunkelbraunen Holzstücken in die Wand eingearbeitet worden war. Auf einer Bühne befanden sich Schlagzeug und Gitarre. Laut einem Artikel im Polizei-Journal, der Zeitschrift der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern, diente die Doppelgarage als Ausweichort, falls rechtsextreme Konzerte im ostvorpommerschen Lassan oder anderen Orten wegen polizeilicher Anordnungen nicht stattfinden konnten. Allein zu zwei Veranstaltungen im April 2007 seien jeweils circa 100 Teilnehmer zu dem Objekt gekommen.
Welche Personen hinter der Bürgerinitiative "Schöner und sicherer Wohnen in Friedland" stehen, geht aus dem Flugblatt nicht hervor. Der Name erinnert an Initiativen wie "Schöner und sicherer Wohnen in Ueckermünde", hinter denen laut Verfassungsschutzberichten Aktivisten rechtsextremer Kameradschaften stehen.
Nordkurier-Neubrandenburg
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