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Respekt vor fremden Kulturen
14.12.2008
Heringsdorf. Fortsetzung der Reise von Jugendlichen aus Deutschland, Ungarn und England mit der "Fridtjof Nansen" im Sommer - so könnte man das Treffen von Schülern des Gorki-Gymnasiums am Donnerstag nennen. "Ausklang dieser Reise" nennt es Pfarrer Peter Nieber aus Bansin treffender, "denn diese Schüler sollen daran teilhaben, dass es schön ist, sich mit anderen Menschen zu treffen, miteinander zu reden." In einer lockeren Atmosphäre lauschten die Gymnasiasten zunächst den Ausführungen einiger Mitschüler, die als Austauschschüler im Ausland waren und dort direkten Kontakt mit unbekannten Menschen und Kulturen erlebten. Sprachliche Schwierigkeiten hätten zunächst den Alltag bestimmt, doch das Problem sei gelöst worden, berichtete Leonhard Kühne-Hellmessen (19), der jeweils sechs Monate in Neuseeland und Polen weilte. Er hält nichts davon "sich im Ausland immer als hundertprozentiger Deutscher" durchsetzen zu wollen. Die Fähigkeit, sich neuen Situationen respektvoll anzupassen, sei wichtig, rät er. Mit dabei die 18-jährige Austauschschülerin Karla Rodriguez aus Ecuador. Sie interessiert sich für die deutsche Sprache und Kultur. Abgesehen von einem "Zwischenfall mit Jungs in einem Bus" fühlt sie sich wohl auf Usedom. "Man muss miteinander reden, wenn es um den Respekt vor fremden Kulturen geht", unterstreicht sie. Henrik Warsow (17) freute sich über die ungezwungene Atmosphäre des Treffens. "Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft, da spielen Toleranz und Offenheit eine wichtige Rolle." Wie man sich in Situationen mit ausländerfeindlichem Hintergrund verhalten könnte, übten die jungen Leute in Sketchen. Zivilcourage hieß das Motto. Nicht unproblematisch, wenn es um deren Umsetzung in konkreten Lebenssituationen geht. Schließlich griffen die Schüler zu Pinsel und Farbe, um über die künstlerische Darstellung ihre Meinung zum Umgang mit unbekannten Kulturen zu äußern.
Veranstaltungen dieser Art werden nicht ohne Grund von der Europäischen Union gefördert. Anteil am Gelingen des Nachmittags hatte auch Jörg Gleissner, Pächter des neu eröffneten "Kulinarischen Ateliers im Stellwerk", mit seinem ungarischen Menü.
GERHARD BUCHHEISTER
Ostseezeitung-Usedom
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