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Musical gegen Gewalt und Rassenhass

27.11.2008

Kühlungsborn "Sie wissen einfach zu wenig darüber", meint Marika Kahle von der Freien Schule Rerik. Sie redet von Ausländern, Rassismus, Toleranz und Respekt - ein Thema, das seit einem Jahr den Alltag der Schule begleitet, in der sie unterrichtet. Dass sich diese Thematik zu einem großen Schulprojekt entwickelte, verdankt die Reriker Schule eigentlich einem Musical, das durch die freischaffende Künstlerin Maren Maxeiner - einer ausgebildeten Opernsängerin - an die Schule gebracht wurde. Mit 15 Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren studierte sie dort ein rhythmisches Schauspiel ein, das sich intensiv mit der Problematik Rassenhass und Gewalt an Schulen beschäftigt. Beeindruckend werden dabei in jugendlicher Sprache und Musik Brennpunkte aus dem Zusammenleben verschiedener Nationen gezeigt. Gefördert wird das Anti-Gewalt-Projekt durch den Landkreis, allerdings mit der Auflage, dass sich die Akteure mit ihrem Musical "Dunkle Augen, schwarzes Haar" in der Öffentlichkeit präsentieren. Am Mittwoch zog das Reriker Musical-Team in das neue Kühlungsborner Schulzentrum. Es war der vierte Auftritt seit dem Projektstart. Und in dieser Schule empfing man die Akteure mit offenen Armen, da dort erst kürzlich ein Vorfall gegen ausländische Mitschüler in einer achten Klasse den Schulalltag belastete, erfuhr die OZ. Ziel des Musicals sei allerdings nicht nur das Darstellen von Toleranzproblemen, erklärt die Reriker Lehrerin Irina Hingst. Dem 45-minütigen Programm folgte eine ebenso lange Diskussionsrunde mit Reriker und Kühlungsborner Schülern aus den Klassenstufen acht bis zehn, moderiert durch Pädagogen beider Einrichtungen. Besonders mutig dabei: Zwei Türkinnen gaben vor versammelter Menge einen Erfahrungsbericht über ihr bisheriges "Leben im deutschen Ausland". Die Diskussionsrunde brachte insbesondere die Erkenntnis, dass Intoleranz unter Schülern überwiegend durch Unkenntnis entsteht. Oft wissen die Jugendlichen kaum etwas über Religion, Glaube oder auch politische Zusammenhänge in den Herkunftsländern ihrer ausländischen Mitschüler. Am Ende dieser Aktion war allerdings auch vielen Teilnehmern klar, dass noch längst nicht alle ihrer Fragen beantwortet wurden. Und so soll dieses brisante Thema weiterhin den Unterricht der "Freien Schule" Rerik begleiten. Aktionen wie Kochkurse mit internationalen Gerichten, Gesprächsrunden mit Asylbewerbern und die Kontaktaufnahme zu Amnesty International sind geplant. Auch im Kühlungsborner Schulzentrum soll das Thema intensiv bearbeitet werden. DORIT WEHMEYER

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