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Pizzeria-Anschlag mit Folgen

Das bekannte Zinnowitzer Restaurant "Mamma Mia" wurde Ende Januar verwüstet. Da die Versicherung Renovierung und Verdienstausfall nicht begleicht, drohe nun die Insolvenz, klagt der Betreiber.

25.11.2008

Zinnowitz "Das macht einen fertig", sagt Franco Dietl, der - typisch Italiener - eigentlich als Frohnatur in Zinnowitz bekannt ist. Doch die vergangenen Monate haben den Chef der inselweit geschätzten Pizzeria "Mamma Mia" Nerven gekostet. Seit Monaten streiten er und Restaurant-Besitzer Stefan Hasler nun mit ihrer Versicherung um die Übernahme des Schadens, der durch einen Anschlag auf das Lokal zum Jahresbeginn entstanden ist.

Am 29. Januar waren laut damaligem Polizeibericht Unbekannte in die Mamma-Mia-Räume eingedrungen, hatten 16 Hakenkreuze an die Wände geschmiert, Polster der Sitzmöbel aufgeschlitzt, Böden und Tapeten mit dem Feuerlöscher bespritzt (OZ berichtete). Dietl musste über drei Wochen schließen, Reinigung und Renovierung kosteten nach seinen Angaben rund 20 000 Euro. Mit Verdienstausfall und Mahngebühren der beauftragten Dienstleister sei der Betrag inzwischen auf fast 65 000 Euro angewachsen.

Die Versicherung will aber nicht zahlen, wie Dietls Greifswalder Anwalt Axel Bohn verdeutlicht. Die Gesellschaft "Württembergische" zweifelt offenbar daran, dass es sich um einen Einbruch handelt. "Im staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gab es einen anonymen Hinweis, dass Herr Dietl den Schaden selbst angerichtet haben soll, um den Laden auf Versicherungskosten sanieren zu können", nennt Bohn eine mögliche Ursache. "Doch der Verdacht hat sich nicht bestätigt", betont er. Zudem notierte die Polizei damals, ein Fenster des Restaurants zur Straßenseite hin sei gewaltsam geöffnet worden. Kripo und Staatsanwaltschaft konnten in den darauf folgenden Wochen zwar keine Hinweise auf die Täter finden: "Das heißt aber noch lange nicht, dass nicht Fremde am Werk waren. Die Versicherung ist nach den gesicherten Erkenntnissen in der Pflicht zu zahlen", schlussfolgert Bohn. Die "Württembergische, die sich aus "datenschutzrechtlichen" Interessen ihres Kunden gestern nicht zur Sache äußern wollte, kam bei zwei Begehungen offenbar zu einem anderen Ergebnis.

Für Franco Dietl ist das eine "Unverschämtheit". "Warum hätte ich damals direkt vor dem Winterferiengeschäft mein Restaurant verwüsten sollen", fragt er. Das Verhalten der Versicherung gefährde die Existenz des Inhabers und werde wohl zur Insolvenz der Pizzeria mit fünf Mitarbeitern führen: "Das Sommergeschäft war nicht gut. Wir haben keine Reserven, um das aufzufangen", sagt Dietl. Ein großes Problem für ihn und seinen Partner ist, dass beiden derzeit die Mittel fehlen, um es auf einen Prozess mit der Versicherung ankommen zu lassen und das Geld einzuklagen. Dietl versucht nun, den dafür nötigen Betrag von befreundeten Gastronomen vorgestreckt zu bekommen, damit die Geschichte für "Mamma Mia" doch noch ein gutes Ende findet.

ALEXANDER LOEW

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