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Polizei sucht vermummte Störer von Waren
Stadtverwaltung vermutet eine linksextreme Gruppierung aus Röbel hinter dem Vorfall
11.11.2008
Waren/Demmin (dpa) Die Polizei sucht weiter nach der Gruppe von Extremisten, die am Sonntag eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in Waren gestört haben. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte der Leiter der Polizeiinspektion in Waren, Jens Fischler, gestern. Ob es sich um eine rechte oder linke Gruppierung handele, sei noch unklar. Die Polizei sei nicht über die Verlegung von Stolpersteinen für in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Bürger aus Waren informiert gewesen und damit auch von der Störaktion überrascht worden. Gestern wurde zudem bekannt, dass Unbekannte in Demmin den jüdischen Friedhof geschändet haben. Vermutlich in der Nacht zum Montag seien etwa zehn Grabsteine umgestoßen und mehrere Gestecke, die am Sonntag zum Gedenken dort niedergelegt worden waren, beschädigt worden. In Waren war am Sonntag eine Gruppe von etwa 15 zum größten Teil schwarz vermummten und mit Sonnenbrillen verkleideten jungen Männer auf den Markt marschiert und hatten ein Transparent mit der Aufschrift "Solidarität mit Palästina und Syrien - Stoppt Israel" gezeigt. Ein Sprecher hatte zudem laut über ein Megafon antijüdische und anti-israelische Parolen verkündet, gerade als sich etwa 60 Menschen versammelt hatten, die dort "Stolpersteine" für ermordete jüdische Bürger verlegen wollten. Durch die Störaktion wurde die Verlegung der Stolpersteine für ein ermordetes Ehepaar und zwei seiner Kinder zunächst verschoben. Die zu Hilfe gerufene Polizei erschien erst mit zwei Beamten, die aber nicht einschritten. Bevor die angeforderte Verstärkung in Waren war, brachen die Störer ihre Aktion ab und zogen - weitere israelfeindliche Parolen rufend - ab. Etwa 40 Polizeibeamte waren rund 20 Minuten später im Einsatz und sicherten die Gedenkveranstaltung in der Warener St. Marienkirche. Die Stadtverwaltung vermutet eine linksextreme Gruppierung aus Röbel hinter dem Vorfall, da im Januar bereits eine ähnliche Aktion von schwarz vermummten Linksextremisten in Waren gelaufen sei.
Ostseezeitung
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