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Vermummte stören Gedenkfeier in Waren

11.11.2008

Unbekannte haben am 70. Jahrestag der Pogromnacht in Waren an der Müritz (Müritz-Kreis) eine Gedenkfeier für ermordete Juden gestört. Vor der Verlegung von sogenannten Stolpersteinen mit den Namen der während der Nazi-Zeit deportierten Juden aus der mecklenburgischen Kleinstadt seien gestern vermummte Rechtsextremisten mit israelfeindlichen Parolen durch die Stadt gezogen, so der "Nordkurier". Beim Eintreffen der Polizei hätte sich die Gruppe der Störer fluchtartig zerstreut. Das Schweriner Lagezentrum der Polizei bestätigte den Einsatz und die Darstellung.

Zuvor soll es bereits offenbar antisemitisch motivierten Vandalismus im Umfeld eines Warener Geschäftshauses gegeben haben, vor welchem vier Gedenkplatten verlegt werden sollten.

Leserkommentare



W. GOETZE

10.11.2008 23:03

Stolpersteine in Waren

Der Darstellung, dass keine Personalien aufgenommen werden konnten, weil sich die Gruppe fluchtartig zerstreute, muss widersprochen werden. Folgendes spielte sich tatsächlich ab:

Die zumeist jugendlichen vermummten Störer hatten intensiv mit Ihren Handys zu tun. Ebenso einige Jugendliche, die sich auf dem Freisitz des Altstadtcafes niedergelassen hatten und die sich in Nebenstraßen aufhielten. Offenbar wussten die Störer über alles, was sich im Umfeld zutrug, bestens Bescheid. Zu Hilfe gerufene auswärtige Polizeikräfte trafen nach etwa einer halben Stunde und offensichtlich sehr zögerlich in Erscheinung. So hatten die Störer reichlich Zeit, sich diesen zu entziehen. Zwar wirkte ihr Abzug feige, sie marschierten aber zumindest über das Ende des Marktplatzes in geschlossener Formation ab, direkt vorbei an der einzig sichtbaren Pkw-Streife aus Waren. Bemühungen um Identifizierung der Extremisten waren nicht erkennbar. Dabei skandierten sie unter Zuhilfenahme eines Megafons, etwa 8 x wiederholt eine nicht verständliche Losung. Manche Bürger wollen das Wort Krieg oder Sieg verstanden haben.

Obwohl einige Störer rechtsradikal-typische Outfits trugen, Jacken der Marke Thor Steinar, blondierte kurze Haare, rechteckige Sonnenbrillen, meinte eine Polizistin, sie könne nur dem Hinweis "eines Mannes vom Ordnungsamt" folgen, der meine, dass nicht zu erkennen gewesen sei, ob es sich um Linke oder Rechte handele (offenbar mit Blindheit geschlagen).

Einige Jugendliche, die exakt gleiche Jacken, wie die zuvor Vermummten trugen, tauchten 10 min danach auf und ließen noch eine halbe Stunde, in Grüppchen unvermummt herumstehend, immer wieder die Blicke über die Veranstaltung schweifen.

Vier bis fünf vermutlich bis dahin Schmiere stehende Jugendliche - sie waren vor dem Altstadtcafe aufgefallen - drängten sich an die anwesenden Bürger heran, reckten ihre Hälse und schnitten beim Anblick der Stolpersteine verächtliche Grimassen. Danach rauchten sie mit den Jugendlichen, die die Jacken, wie die Vermummten trugen, genüsslich Zigaretten.

Die Polizei, während des gesamten Geschehens passiv, zog spätestens eine Stunde nach der Steinsetzung unverrichteter Dinge ab.

Etwas später wurde die bei der Veranstaltung entzündete Mahnleuchte zertreten.

Schweriner Volkszeitung

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