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Verfassungsschutz lässt die "Braune Falle" zuschnappen

24.10.2008

Von Jens Kiffmeier

Waren. Die Aula der Beruflichen Schule war gestern gut bevölkert. Die Neuntklässler des Warener Förderzentrums striffen neugierig zwischen den Stellwänden in der Ausstellung "Die braune Falle" herum, lasen die Aufschriften und hörten sich die Geschichte eines Aussteigers aus der rechtsextremen Szene an. Zwei Wochen lang gastierte die Wanderausstellung, mit der das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) seit 2004 über die Gefahren des braunen Gedankenguts aufklärt, in der Müritzstadt (der Nordkurier berichtete). Heute endet die Schau - und die Organisatoren zeigten sich zum Schluss zufrieden. "Es lief ganz gut", sagte Dieter Utermöhlen vom BfV.

Zumindest am Vormittag sei die Ausstellung gut besucht worden. Bis zu 200 Besucher habe man täglich gezählt, bilanzierte Utermöhlen. Das meiste seien dabei Schulklassen gewesen. Gähnende Leere habe dagegen oftmals am Nachmittag geherrscht, da sich ältere Besucher weniger für die Schau begeistert hätten, so der BfV-Mitarbeiter. Die Jugendlichen indes machten auf Utermöhlen einen interessierten Eindruck. "Diejenigen, die hier waren, haben viele Fragen gestellt", berichtete er. "Viele Lehrer haben den Besuch vorher auch gut vorbereitet", lobte er zudem.

Bitter stieß dem Experten dagegen auf, dass ortsansässige, rechtsextreme Kameraden offenbar die Ausstellung ebenfalls regelmäßig besucht haben. So sind Jugendliche laut Utermöhlen dabei gezielt angesprochen und die Ausstellung als Lüge diffamiert worden. Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, das zu unterbinden, so der BfV-Mitarbeiter.

Die Schau dokumentiert mit Texttafeln, Bildern und Hörbeispielen die fiktive Geschichte des Mario S. und schildert sein langsames Abgleiten in die rechtsextreme Szene. Schülerin Saranda, 16, befand die Schau jedenfalls gestern als gelungen. "Ich wusste schon einiges vorher, aber hier erfährt man auch viel neues", sagte sie. Besonders die Bilder, auf denen durch Neonazis misshandelte Opfer zu sehen sind, stimmte sie nachdenklich: "Leute, die so etwas anrichten, sind absolute Idioten. Die sollten mal bedenken, dass jeder woanders Ausländer sein kann."

Nordkurier-Waren

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10.03.2010 [op]
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10.03.2010 [OZ]
Unter Polizei-Aufsicht: Rechte feierten in Garz / Laut Polizeiangaben feierten nach dem Fackelmarsch in Sassnitz etwa 70 Rechte "Geburtstag"

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