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23 Projekte für mehr Toleranz
Sportvereine, Jugendzentren und Bildungsträger haben unterschiedliche Projekte für Toleranz und gegen Rechtsextremismus im Landkreis angeschoben. Die Initiatoren tauschten sich jetzt über ihre Arbeit aus.
22.10.2008
von Malte Behnk
NORDWESTMECKLENBURG - "Wir als Landkreis stehen für Demokratie, Vielfalt und Toleranz, und wir brauchen Sie und Euch als Partner in den Projekten des Aktionsplans", so Birgit Hesse (SPD), Landrätin des Kreises Nordwestmecklenburg. "Präventionsarbeit ist in unserem Landkreis Chefsache und wird von vielen engagierten Partnern sowie Mitarbeitern der Kreisverwaltung getragen", sagte sie in ihrer Begrüßung der Fachtagung zur Auswertung des Lokalen Aktionsplans des Landkreises anlässlich des bundesweiten Projektes "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Inzwischen ist das erste, zwischenzeitlich verlängerte Förderjahr fast abgeschlossen und es galt für alle Beteiligten, Bilanz zu ziehen.
Vor allem die umfangreiche Bürokratie, die an den Anträgen für die Fördermittel und an der damit zusammen hängenden Erläuterung der jeweiligen Konzepte hing, war ein großer Kritikpunkt der Projektbeteiligten. "Obwohl wir in Schönberg ein komplexes Bündnis aus Vereinen, der Stadtjugendpflege und der Stadt haben, haben wir viel unter dem Papierkram gelitten. Vor allem für kleinere Gruppen fände ich es schön, wenn da künftig einiges vereinfacht werden könnte", sagte Schönbergs Stadtjugendpflegerin Jana Zillmann. Auch die Leiterin des Gadebuscher Mädchentreffs Jutta Ahrendt klagt über das Ausfüllen etlicher Formulare und die komplizierten Förderanträge. Sie hatte im vergangenen Jahr mit einer sechsten Klasse der Regionalen Schule Gadebusch die Themen Gewalt und Rechtsextremismus behandelt. Jetzt stehen schon Neuntklässler in den Startlöchern, die das Projekt fortführen möchten. "Aber wir müssen noch auf die Bewilligung des Projektes warten", kritisiert Jutta Ahrendt, die lieber gestern als morgen mit den Schülern arbeiten würde.
Im ersten Förderjahr wurden 23 Projekte im Landkreis gestartet und zum Teil auch schon wieder beendet. "Die meisten laufen aber noch weiter und haben eine gewisse Nachhaltigkeit erreicht", so Beate Dellin, Leiterin des Fachdienstes Jugend. Sie lobte gestern die Arbeit der einzelnen Gruppen im ländlichen Raum, die sich in Workshops über die jeweiligen Arbeiten austauschten. "Davon kann in den nächsten beiden Förderperioden profitiert werden - sowohl von Fehlern, als auch von Erfolgen", so Dellin.
Schweriner Volkszeitung-Gadebusch
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