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Punks vom Acker gejagt

In Behnkenhagen ist Schluss mit dem Festival "Force Attack". Vermieter und Veranstalter stritten sich wegen der Müllkosten.

15.10.2008

Behnkenhagen. Tonnenweise Müll, der noch Wochen nach dem Punk-Festival "Force Attack" auf der Weide gelegen habe. Das war zu viel für Landwirt Karl Matthes (42), dem das Gelände in Behnkenhagen gehört. Nun hat er die Punks nach zehn Jahren von seinem Acker gejagt. Das deutschlandweit größte Punkfestival gibt es aber weiterhin. Der Veranstalter Imre Sonnevend (42) hat mittlerweile ein neues Gelände gefunden. In Klingendorf, das liegt in der Gemeinde Kavelstorf, ist vom 31. Juli bis 2. August das Force-Attack-Festival 2009 geplant. Der Vertrag gelte zunächst für fünf Jahre, berichtet der neue Vermieter Dirk Blendermann (47). Per SMS hatte Matthes dem Veranstalter im Sommer mitgeteilt, dass der sich ein neues Gelände suchen könne. "Jedes Jahr haben wir uns über die Aufräumarbeiten gestritten", sagt er. Oftmals seien Glasscherben liegen geblieben. In diesem Jahr sei ihm endgültig der Kragen geplatzt. Die Aufräumarbeiten seien ihm nicht schnell genug gegangen. Auf eigene Faust habe er dann eine Firma aus Chemnitz engagiert, die darauf spezialisiert sei, Festivalgelände aufzuräumen. Sechs große Container voller Müll seien zusammengekommen. Etwa 22 000 Euro hat Matthes das gekostet. Geld, das er vom Veranstalter wiederhaben will. Da es aber keinen Vertrag zwischen beiden gibt, blieb Matthes bis jetzt auf diesen Kosten sitzen. "Ich bin maßlos enttäuscht." Ganz anders sieht das Imre Sonnevend. "Die Miete stieg und die Qualität des Platzes wurde immer schlechter", sagt er. In diesem Jahr hätten zwar technische Geräte, wie Industriesauger, zum Aufräumen benutzt werden sollen, doch das habe nicht geklappt. "Die Wiese war dafür nicht in einem ordentlichen Zustand", sagt Sonnevend und verweist auf tiefe Traktorspuren auf der Weide in Behnkenhagen. "Wir haben jetzt ein viel schöneres Gelände", sagt der Veranstalter. Der neue Platz sei 25 Hektar groß und der Rasen in einem guten Zustand. Zudem sei der Platz durch die Nähe zur Autobahn 19 besser zu erreichen als der alte. Aus den Querelen mit Matthes scheint Sonnevend gelernt zu haben. Glasflaschen seien in Zukunft auf dem Festivalgelände tabu. "Der Reinigungsaufwand ist zu groß", sagt er. Das gelte besonders für die Scherben. Dass sich die Punks trotzdem ihr Essen und Trinken mitbringen, solle aber weiterhin so bleiben.

Die Gemeinde Kavelstorf ist derzeit noch skeptisch gegenüber "Force Attack" und den zehntausend Punks, die jährlich dahin pilgern. "Das jagt mir erst mal einen Schrecken ein", gibt Bürgermeister Günter Lange zu. Er könne sich so ein Festival in der Kommune nicht vorstellen. "Wenn die friedlich sind, sehe ich kein Problem", ergänzt er.

"Das sind doch nette Leute", sagt Blendermann, der neue Vermieter. Er habe keine Befürchtung, dass die vielen Besucher etwas kaputt machen können. "Nach dem Festival wird alles wieder vernünftig aufgeräumt und damit fertig."

SUSAN KOCH

Ostseezeitung-Rostock

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