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Schau lockt Jugend aus der "braunen Falle"

11.10.2008

Von Jens Kiffmeier

Waren. Sie wird mittlerweile wie Goldstaub gehandelt: die Wanderausstellung "Die braune Falle", die das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) 2004 initiiert hat und die über die Gefahren des Rechtsradikalismus aufklärt. 50 Anfragen gibt es aus den Städten pro Jahr, doch nur zehn Termine haben die Ausstellungsmacher in den zwölf Kalendermonaten zu vergeben. Umso erfreuter zeigten sich nun die Kommunalpolitiker, dass die Schau seit gestern in der Beruflichen Schule in Waren zu sehen ist.

Zwar gilt der Müritzkreis bislang bei den Verfassungsschützern nicht als absolute Hochburg der Neonazis, doch bei der Eröffnungsveranstaltung, an der neben vielen Stadtvertretern auch Bürgermeister Günter Rhein und der Bundestagsabgeordnete Dirk Manzweski (beide SPD) teilnahmen, warnte BfV-Regierungsdirektor Gert Nowak trotzdem vor voreiligen Schlüssen: "So etwas kann sich schnell ändern, wenn plötzlich vermeintliche Führungspersönlichkeiten auftreten", so Nowak. Und auch Landrätin Bettina Paetsch (CDU) wollte die Thematik nicht verharmlosen. Im Gegenteil: "Die Gefahr wächst auch hier im Kreis", sagte sie und forderte alle Bürger auf, die Verbreitung von rechtsextremem Gedankengut nicht zu akzeptieren. "Wegschauen geht nicht", so die Landrätin.

Die Schau richtet sich an alle Interessierten, vor allem aber an Jugendliche. Mit Texttafeln, Bildern und Hörbeispielen dokumentiert sie die fiktive rechtsextreme Geschichte des Mario S. Geschildert wird dabei insbesondere das langsame Abgleiten in die Szene. Die Ausstellung versuche, so heißt es, nicht mit "erhobenem Zeigefinger" zu belehren, sondern wolle den Jugendlichen möglichst anschaulich und verständlich die Gefahren und Hintergründe vermitteln. Eine Frage bleibt indes: Kann man Jugendliche damit wirklich erreichen?

Für Bianka Schröder, Präventionsberaterin in der Polizeiinspektion Waren, ist die Antwort eindeutig: "Sicherlich wird man nicht jeden damit ansprechen können", sagte sie. Aber Beispiele hätten gezeigt, dass Jugendliche die Ausstellung positiv annehmen würden. Der Vorteil: Sie müssen nicht nur Texttafeln lesen, sondern können auch in Musikstücke direkt hereinhören. "Dadurch drehen wir den Spieß um", sagte Schröder. Denn gerade mittels der rechtsradikalen Musik würden Jugendliche häufig in die Szene gelockt. Mit den Hörbeispielen könne man nun gezielt die Gefahren deutlich machen, so Schröder.

Nordkurier-Waren

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