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HDJ: Polizei durchsuchte in MV 14 Wohnungen
10.10.2008
Greifswald (OZ) Unerwarteter Besuch: Gestern früh gegen 6.00 Uhr klingelten Beamte von Polizei und Landeskriminalamt (LKA) an den Türen von 14 Wohnungen und Büros in Mecklenburg-Vorpommern. Anlass: Razzia bei Aktivisten der Neonazi-Organisation "Heimattreue Deutsche Jugend" (HDJ). Ein Mannschaftswagen der Polizei stoppte etwa in Wusterhusen bei Greifswald. Dort wohnt Ragnar Dam, Biologiestudent und führender Kopf der "HDJ Nord", zur Miete. Im Greifswalder Stadtteil Ladebow durchsuchte die Polizei die Wohnung des ehemaligen THW-Mitglieds Frank Klawitter.
Nach OZ-Informationen schlugen die Ermittler auch im Raum Ostvorpommern und Uecker-Randow zu. Unter anderem hätte, so berichtet ein Insider, Mario Kannenberg, NPD-Kreistagsmitglied, den Ermittlern gestern Morgen die Tür öffnen müssen. Eine weitere Immobilie wurde in Ueckermünde durchsucht. Dabei handelte es sich um die Wohnung eines engen Vertrauten des NPD-Landtagsmitgliedes Tino Müller. Zudem wurden die Ermittler bei einem Neonazi in Burg Stargard vorstellig.
Laut dem Informationsdienst Endstation-Rechts wurde in Rostock die Wohnung von David Petereit durchsucht. Petereit ist Wahlkreismitarbeiter des Rostocker NPD-Landtagsabgeordneten Birger Lüssow. In Berlin klingelten die Beamten an der Wohnung von Jörg Hähnel. Hähnel gehört zum Bundesvorstand der NPD und war zeitweilig als Mitarbeiter bei der NPD-Landtagsfraktion in Schwerin angestellt. Er hatte für Aufsehen gesorgt, als er mit einem Totschläger bewaffnet in den Landtag eindringen wollte.
Lorenz Caffier (CDU), Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, begrüßte gestern die Durchsuchungen. "Die Demokratie muss wehrhaft sein und alle Angriffe gegen unsere freiheitliche demokratische Grundordnung abwehren." Das gelte insbesondere, wenn - wie bei der HDJ - Kinder und Jugendliche an rechtsextremistisches Gedankengut herangeführt werden. BFI/AXM
Ostseezeitung
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