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NPD-Demo in Stralsund - Autonome Nationalisten und NPD marschieren getrennt

Bei der heutigen NPD-Demo "Sozial geht nur national" in Stralsund marschierten die "Nationalen Autonomen" etwa einen halben Kilometer hinter dem NPD-Zug. Grund dafür: Sie wollten ihre Sonnenbrillen nicht absetzten und verstießen damit gegen Versammlungsauflagen.

04.10.2008

Da am Bahnhof ein großer Teil der angereisten Teilnehmer intensiv kontrolliert und durchsucht wurde, setzte sich der etwa 250-Personen umfassende Demonstrationszug nach der Verlesung der Demonstartionsauflagen um 13 Uhr mit einer Stunde Verspätung in Bewegung. Bei der von Michael Grewe angemeldeten Demonstration war nahezu die gesamte NPD-Landtagsfraktion vertreten, nur Birger Lüssow und Tino Müller, mit ihm aber auch jegliche Trommler, fehlten. Darüber hinaus wurden Michael Grewe, Torgai Klingebiel und Dirk Ahrendt gesichtet.

Marschierten NPD und "Autonome Nationalisten" zunächst noch gemeinsam, teilte sich die Demonstration nach gut einem der geplanten neun Kilometer. Anschließend lief der etwa 50 Personen umfassende Block der "Autonomen Nationalisten" mehrere hundert Meter hinter der eigentlichen Demonstration. Da sie auch nach Aufforderung des NPD-Versammlungsleiters ihre Sonnenbrillen nicht absetzen wollten, durften sie nicht mehr an der angemeldeten Demonstration teilnehmen. Die so genannte "Anti-Antifa" veranstaltete daraufhin ihre eigene "Spontandemo", der die gesamte Aufmerksamkeit des Polizeihubschraubers zu teil wurde. Somit kam es zu zwei Demonstrationen: Die NPD demonstrierte unter dem Motto "Sozial geht nur national", und die "Autonomen Nationalisten", dass sie nicht gedenken, auf NPD-Anweisungen zu hören. Dass die NPD den "Nationalen Autonomen" daraufhin die Teilnahme an der Demonstration untersagte, kann als ein deutliches Zeichen für Unstimmigkeiten, die zwischen der NPD und den "Freien Kräften" herrschen, interpretiert werden. Im weiteren Verlauf der Demonstration verließen die "Nationalen Autonomen" die NPD-Veranstaltung vollends und liefen eine eigene Route.

Bei der Kundgebung der NPD im Stralsunder Neubaugebiet, die während eines starken, mehr als einstündigen Regenschauers stattfand, sprach zu erst Dirk Ahrendt (NPD), Mitglied der Stralsunder Bürgerschaft. Ahrendt stellte dabei den Tag der deutschen Einheit in den Mittelpunkt seiner Rede. "Die BRD ist nicht das, wofür wir damals auf die Straße gegangen waren". Diese Äußerung lässt einen zumindest schmunzeln, wenn man bedenkt, dass Ahrendt damals gerade mal 14 Jahre alt war. Weiter beklagte Ahrendt, dass in der BRD nur noch die Wahl zwischen "arm" und "arm" bestünde. Er habe eine "deutsche Familie" gesehen, die am Ende des Monats ihren Kindern keine Spielsachen mehr hätte kaufen können, die "Frau mit Kopftuch" hinter ihr hätte jedoch noch Geld für einen vollen Einkaufswagen zur Verfügung gehabt. Dies dürfe nach Ahrendts Auffassung nicht sein, man befinde sich schließlich "in Deutschland und nicht in einer multikulturellen Gesellschaft, die wir nicht gewollt haben". Weiter ließ Arendt wissen, dass in der BRD die Angaben über die Ausländeranzahl geschönt würden, da Personen, die einen deutschen Pass hätten, nicht als Ausländer ausgewiesen würden. "Deutsch ist aber nur, wer deutschen Blutes ist", sprach Ahrendt es David Petereit nach, der diesen Ausspruch schon auf der Demonstration in Güstrow verwendete.

Als zweiter Redner trat der NPD-Landtagsabgeordnete Stefan Köster ans Mikrophon. Er ereiferte sich, wie schon Tino Müller im Landtag, über die Auflösung des "HDJ"-Zeltlagers in Hohen Sprenz und höhnte, die BRD fürchte sich sogar vor Kindern.

Endstation Rechts

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