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HDJ-Treiben auf Privatgelände
Langenheide/Weidenthal - Entgegen anderslautenden Presseberichten, sind die Ermittlungen zu dem aufgelösten HDJ-Lager im mecklenburgischen Hohen Sprenz nicht abgeschlossen. Der laut Polizeiangaben Verantwortliche für das Zeltlager Martin Götze war an einer weiteren Veranstaltung am 24. August in Weidenthal in Rheinland-Pfalz beteiligt.
26.08.2008
Richtig sei, so Oberstaatsanwalt Peter Lückemann, dass die polizeilichen Ermittlungen zu dem aufgelösten HDJ-Lager in Hohen Sprenz andauern und die Staatsanwaltschaft erst nach Vorlage des Abschlussberichtes entscheiden wird, ob juristische Schritte gegen die Organisatoren eingeleitet werden. Da die Teilnehmer in uniformähnlicher Bekleidung angetroffen wurden, wären auch, wegen des durch das Bundesinnenministerium gegenüber der HDJ verfügten Uniformierungsverbotes, Verfahren wegen Verstoßes gegen Paragraf 3 Versammlungsgesetz denkbar. Aber auch diesbezüglich müssten erst die Ermittlungsergebnisse der Polizeibehörde vorliegen und ausgewertet werden. Nach Informationen von bnr.de soll das am 8. August dieses Jahres in Hohen Sprenz aufgelöste Lager eine Fortsetzung im mecklenburgischen Langenheide auf einem Grundstück des NPD-Kreisverbandsvorsitzenden von Westmecklenburg, Andreas Theißen, erfahren haben. Nach einer abendlichen Veranstaltung mit Volksmusik und Tanzeinlagen löste sich die rechtsextreme Gesellschaft am nächsten Tag auf und trat die Rückreise an. Der zuständigen Polizeidirektion Schwerin ist das Treiben auf dem Hof Theißens entgangen. Die Pressesprecherin des Verfassungsschutzes hält sich hingegen aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt. Der 24-jährige HDJ-"Leitstellenführer Süd" Martin Götze aus dem baden-württembergischen Rottenburg, der nach Polizeiangaben für das Zeltlager in Hohen Sprenz verantwortlich war, beteiligte sich am 24. August an einer "Informationsveranstaltung" seiner Organisation in Rheinland-Pfalz. Gegen 10 Uhr lotste er gemeinsam mit Neonazis aus dem Umfeld des "Aktionsbüro Rhein-Neckar" Interessenten vom Bahnhof in Neustadt an der Weinstraße zum rund 15 Kilometer entfernten Grundstück der NPD-Landesvorsitzenden Dörthe Armstroff in Weidenthal. Rund 25 Personen, darunter Kinder und Jugendliche, lauschten einem Vortrag im Garten der NPD-Funktionärin. Mit Tischdecken und Tüchern versuchten die Neonazis, Blicke anwesender Polizeibeamter auf das Grundstück zu verhindern. Gegen 20.00 Uhr soll die Veranstaltung nach Angaben eines Polizeisprechers "ohne Zwischenfälle" zu Ende gegangen sein. (tn/ar)
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