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Insulaner wehren sich gegen NPD-Aktionstour

22.07.2008

Insel Usedom Der NPD weht zum Auftakt ihrer Aktionstour auf der Insel Usedom Gegenwind aus Politik und Tourismus ins Gesicht. Ihren für gestern Nachmittag beantragten zentralen Standort in Heringsdorf vor dem Maritim Hotel Kaiserhof durften die Rechtsextremisten nicht beziehen. Die Gemeindeverwaltung begründete das mit dringenden Reparaturarbeiten. Die NPD musste vor die Sparkasse ausweichen.

Auch für heute Vormittag in Bansin genehmigte die Gemeinde den gewünschten Standort an der Litfasssäule vor dem Hotel zur Post nicht. "Die Jugendfeuerwehr hatte für diese Lokalität schon vor Wochen zur gleichen Zeit eine Veranstaltung angemeldet", erklärte Bürgermeister Klaus Kottwittenborg.

Trotz dieser "kleinen Siege" - verhindern können die Verwaltungen die Insel-Tour der NPD nicht, da diese nicht verboten ist (obwohl sie von den meisten Experten als verfassungsfeindlich eingestuft wird). Laut Versammlungsrecht müsse man diese Auftritte auch in den Touristenhochburgen dulden, sagte der Pressesprecher des Landratsamtes, Christoph Krohn.

Als unangenehm und unerträglich empfinden das Touristiker wie der Bansiner Hotelier Gerhard Gühler, der mit dem Unternehmerverband Vorpommern schon Aktionen gegen Rechts startete, oder der Kurdirektor der Kaiserbäder, Dietmar Gutsche: "Die NPD ist schädlich für uns. Fremdenfeindlichkeit kann der Tourismusbranche große Verluste bescheren", betonte er. Die beste Gegentaktik sei derzeit, die NPD-Aktionen zu ignorieren. "Eine inhaltliche Auseinandersetzung muss im Kommunalwahlkampf 2009 geführt werden", sagte Gutsche.

Kämpferisch zeigte sich Koserows Bürgermeister Helmut Hilpert. In "seinem" Seebad wollen die Rechtsextremisten morgen ihren Stand aufbauen: "Wir haben derzeit gar keine geeignete Fläche frei. Ich werde mit den zuständigen Ämtern darüber sprechen", kündigte Hilpert an, der betonte, dass es der NPD in seinem Ort ohnehin an jeglicher Basis fehle.

Für die Bürgermeister der Usedomer Gemeinden ist die Konfrontation mit der NPD, was öffentlichkeitswirksame Auftritte zur Hauptsaison betrifft, eine ganz neue Situation. "Denn früher hielt sich die Partei damit auffällig zurück. Nun wählt sie erstmals diese offensive Strategie mit einem Info-Bus", so NPD-Experte Günther Hoffmann. Die demokratischen Parteien wollen sich mit direkten Gegenaktionen zurückhalten. "Zunächst ist es das beste Mittel, der NPD unattraktive Standplätze zuzuweisen", meinte CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Riemann. A. LOEW

Ostseezeitung-Usedom

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