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Mit Argumenten gegen rechts

03.07.2008

Zierow. Reden können sie. Die meisten zumindest. Rhetorisch haben sie so einiges drauf, argumentieren ihr Gegenüber in Grund und Boden. Das typische Bild des Nazis - Glatze, Springerstiefel, Bomberjacke - trifft nicht immer zu. Viele haben ein unauffälligeres Aussehen angenommen; ihr Kleidungsstil ist modisch. Ob als solcher gekleidet oder nicht: Von ihrem Standpunkt lassen sie sich nicht abbringen: Ausländer haben hier nichts verloren. Dagegenzuhalten ist nicht immer leicht, eben wegen ihrer Gabe zum Argumentieren. Das merken auch Lehrer und Schulsozialarbeiter des Berufsschulzentrums Nord und des VFBJ Tressow e.V. (Verein zur Förderung der Berufsausbildung Jugendlicher). Ob Zahlenkombinationen wie 168:1 und 87+1 oder Buchstabencodes: Mit dem Projekt "Berufsschule gegen rechts" klärten Susanne Theilmann und Cornelia Neumann vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg (RAA) auf. Insbesondere auch darüber, wie Lehrer und Sozialarbeiter reagieren sollen, wenn sie mit Meinungen über Ausländer konfrontiert werden.

Über drei Monate verteilt hatten 13 Berufsschullehrer und Sozialarbeiter - freigestellt vom Dienst - drei Schulungen, erhielten dafür gestern ihre Zertifikate. "Mir hat das Projekt viel gebracht", erklärt Angelika Zierke, die im Berufsschulzentrum Nord als Sozialarbeiterin tätig ist. Einiges diente als Auffrischung, da sie ein ähnliches Projekt bereits absolvierte. Vieles war auch neu für sie - ob das der Klamotten-Stil der Nazis war oder die Anzahl der Anhänger. "Ich bin geschockt, wie viele Frauen in der rechten Szene sind", gibt sie zu. Genau wie ihre Kollegen gilt sie als Multiplikator, die das Gehörte an Lehrer und Sozialarbeiter weitertragen. "Wir wollen einheitlich Schüler aufklären", sagt sie. Ob mit Projekttagen oder mit Fahrten in ehemalige Konzentrationslager. Genügend Ideen sind da. Wichtig sei das Gemeinsame. Der Austausch ist auch für Berufsschullehrerin Doreen Martin wichtig. "Mit anderen Kollegen und mit dem VFBJ", sagt sie. "Wenn Schüler merken, dass wir Ahnung davon haben, treten sie auch anders auf", spricht sie aus Erfahrung. An einer Förderung verschiedener Projekte ist der Landkreis interessiert. Begrüßt die Jugendamtsleiterin Beate Dellin doch das Engagement. Die Welt retten können die Teilnehmer sicher nicht, aber sie gucken auch nicht zu. J. FRANKE

Ostseezeitung-Wismar

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