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Zahl der Asylbewerber gesunken

Die Gerüchteküche in der Kreisstadt weiß neuerdings zu berichten, dass das Asylbewerberheim in der Grabower Allee zum Jahresende geschlossen werden soll. Nachfragen beim Landkreis ergaben jedoch ein anderes Bild.

20.06.2008

von Thorsten Meier

LUDWIGSLUST - "Das Gerücht über eine Schließung des Asylbewerberheimes in der Grabower Allee zum Jahresende 2008 ist schlichtweg falsch", stellt Vize-Landrat Reinhard Mach gegenüber SVZ richtig, räumt jedoch ein, dass über eine Veränderung der bisherigen Strukturen auf Grund ganz erheblich gesunkener Asylbewerberzahlen im Landkreis Ludwigslust ernsthaft nachgedacht werde.

"Wir gehen davon aus, dass zum Ende des nächsten Jahres das Land mit uns keine neuen Verträge mehr schließen wird", erklärt Mach weiter.

Wie bei Heidrun Dräger, seit 2003 Beauftragte für Gleichstellung und Migration beim Landkreis, zu erfahren ist, leben zur Zeit 140 Bewohner im Asylbewerberheim vor den Toren der Stadt, das in Trägerschaft eines Sicherheitsdienstes ist.

"Das sind 40 Kinder und 100 Erwachsene. Die meisten von ihren stammen aus Ex-Jugoslawien und Armenien. Doch auch Asylbewerber aus Togo, Benin und Chile wohnen zur Zeit dort. Platz wäre für 260 Menschen", zählt die 49-Jährige auf. Deren Aufenthaltsdauer betrage zwischen ein bis zwei Monaten und fünf bis sechs Jahren.

Im Jahre 2003/2004 musste aufgrund des Flüchtlingszustromes aus Kriegs- und Krisengebieten sogar ein zusätzliches Gebäude im Techentiner Weg angemietet werden.

"Doch das ist 2006 wieder geschlossen worden", berichtet Heidrun Dräger weiter. Durch die EU-Erweiterung seien um Deutschland herum nun sichere Drittstaaten hinzugekommen, das verringere die Zahl der im Landkreis Ludwigslust Aufgenommenen. "Damals musste vor allem für Kriegsflüchtlinge aus Ex-Jugoslawien und Afghanistan eine vorübergehende Bleibe geschaffen werden. Diese Zahl ist seit geraumer Zeit stark rückläufig."

Die Erstaufnahmeeinrichtung für ganz Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in Nostorf-Horst. Dort leben in der Asylbewerberunterkunft derzeit 40 Männer und Frauen, in der Gemeinschaftsunterkunft sind es noch 34 weitere Personen. Kapazität wäre für 650 Menschen. Die war während des Gemetzels auf dem Balkan auch schon erreicht worden. Kurzzeitig, also für maximal zwei Monate, werden in Nostorf-Horst auch Asylbewerber aus Hamburg aufgenommen. Zur Zeit stammen 32 Antragsteller aus der Hansestadt.

Das Amt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten des Landesamtes für Innere Verwaltung koordiniert die Zuweisung auf die Asylbewerberheime der Landkreise , die eine Aufnahmeverpflichtung haben, von denen beispielsweise aber das in Nordwestmecklenburg 2006 bereits geschlossen wurde. Mangels Bewohner. Eine angedachte Möglichkeit, auf die veränderten Zahlen zu reagieren, könnte nun eine Zusammenlegung der Aufnahmeeinrichtungen in den Kommunen sein.

Im Landkreis Ludwigslust leben derzeit laut Aussage Heidrun Drägers 1150 Spätaussiedler. "Auch hier ist die Zahl abnehmend. Waren es im Jahre 2000 noch 160 Neuaufnahmen, so wurden 2006 etwa 20 und im letzten Jahre gerade mal noch zehn Personen registriert. 500 von ihnen haben einen festen Wohnsitz."

Schweriner Volkszeitung-Ludwigslust

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