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Wolgast: Mit Kreativität gegen Rechts
Schülerinnen und Schüler des Wolgaster Rungegymnasiums haben jetzt bei einem Plakatwettbewerb gegen Rechts zwei Preise gewonnen.
11.06.2008
Wolgast. Erfolgreich gegen Rechts: Mit Kreativität haben Schülerinnen und Schüler der Klasse 9/1 des Rungegymnasiums Wolgast an einem Wettbewerb gegen Rechts teilgenommen - und dabei gleich zwei Preise eingeheimst. Die Schüler gestalteten verschiedene Plakate gegen Rechts sowie ein Brettspiel und erhielten dafür den 1. sowie 3. Preis.
In Anlehnung an das Projekt des Berliner Vereins "Gesicht zeigen!" haben Schulen in Kooperation mit der Sparkasse Vorpommern Plakate gestaltet, um sich auf kreativem Wege gegen Rechtsextremismus sowie für Zivilcourage einzusetzen. Die beiden Wolgaster Schüler Pauline Runge und Felix Evert nahmen die Geldpreise im Wert von jeweils 200 und 400 Euro in Greifswalder Jugendclub "Takt" entgegen. "Es war mehr ein Zufall, dass wir an dem Projekt teilnahmen. Unsere Kunstlehrerin hat uns das Vorhaben vorgestellt", erklärt der 15-jährige Felix.
Die Klasse 9/ 1 teilte sich in mehrere Gruppen ein, die ihrem Einfallsreichtum freien Lauf ließen. Jeder Einzelne brachte Ideen ein. Pauline Runge erläutert das Ziel: "Wir wollten Menschen für das Thema sensibilisieren." Felix entwickelte spontan außerdem ein Brettspiel, bei dem Wissen zum Thema Rechtsextremismus gefragt ist. Bei einer Frage geht es zum Beispiel darum, in welchen Bundesländern die NPD im Landtag sitzt. Aber auch Zitate von Schülern aus der Klasse, die sich zu diesem Thema äußerten, hat Felix eingearbeitet. Eines davon stammt von einer Schülerin aus der 9. Klasse: "Wer nichts sagt, kann nur verlieren." Die Gruppe um Pauline (15) setzte ein kreatives Zeichen, indem sie das bekannte "Nazis raus"-Symbol verwendete und zugleich ein wenig verfremdete. "Es ist ein kleines Format - aber mit einer gewissen Ausdrucksstärke", sagt sie über das Plakat.
Rechte Gewalt, etwa in Form von körperlichen Auseinandersetzungen, hat sie bislang noch nicht erlebt,, sagt Pauline. "Allerdings entwickeln sich immer mehr Menschen zu Mitläufern", hat sie den Eindruck. So würden einige ihre rechte Gesinnung in entsprechenden Communitys im Internet deutlich kundtun. Felix indes erlebte Rechtsextremismus bereits im Alter von sieben Jahren, als er im Urlaub entsprechende "Pöbeleien" erlebte.
"Ich frage mich, wie es passieren konnte, dass die NPD im Schweriner Landtag sitzt", sagt Felix. Diese Tatsache sei für ihn auch der Auslöser gewesen, an dem Wettbewerb teilzunehmen.
Sowohl Felix als auch Pauline sammelten durch den Plakatwettbewerb neue Erfahrungen. Sie sind sich einig: Je mehr Menschen sich gegen Rechtsextremismus zur Wehr setzten, desto weniger seien wiederum andere von dieser politischen Gesinnung überzeugt - und desto mehr zeigten Courage im Kampf gegen Rechts. Die Plakate beweisen das eindrucksvoll.
LUISA PISCHTSCHAN
Ostseezeitung-Usedom
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