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Eindrückliche Argumente gegen Rechts
31.05.2008
von Marianne Schlestein
Demmin. Es gibt Reisen und Besuche, die steckt man nicht so einfach weg, die wirken nach. 15 Schüler der Pestalozzischule Demmin und 15 Schüler des Gimnazjum Nr. 20 in Stettin (Szcecin) haben im Februar so eine Fahrt gemacht - nach Ausschwitz. Dort haben sie nicht nur das ehemalige Konzentrationslager gesehen, sondern auch einen Zeitzeugen der faschistischen Grausamkeiten im Lager. Ihre Eindrücke haben die Jugendlichen jetzt in einer Ausstellung festgehalten, die am Donnerstag eröffnet wurde. Den ganzen Juni über wird sie im Flur des Haupthauses der Kreisverwaltung Demmin in der Adolf-Pompe-Straße 12-15 zu sehen sein.
Die Schul- und Kulturamtsleiterin des Kreises, Doris Koß, hofft, dass viele Leute vor den Fotos und Texten stehen bleiben und schauen. "Schön, dass wir das Angebot bekommen haben, die Ausstellung hier zu zeigen", freute sich Jörg Rau, Pressesprecher des Landkreises. Und er fügte hinzu: "Das ist nicht umsonst, das bleibt bei den Leuten hängen."
Benannt ist die Ausstellung nach dem Pfarrer des Ortes, Manfred Deselears. Die christlich-jüdische Gemeinde ehrte ihn im Jahr 2000 mit dem Titel "Mensch des Friedens". Deselears setzt sich schon seit vielen Jahren für die Aussöhnung zwischen Christen und Juden ein. Die Begegnung mit ihm stellt die Ausstellung dar und auch den Besuch im Konzentrationslager. "Manche sind nicht in die Räume mit den vielen Koffern und dem abgeschnittenen Haar hineingegangen", sagte Jutta Voß, die das Projekt an der Demminer Schule begleitet.
Auf ihrer einwöchigen Reise haben die Schüler der Klassen 8 und 9 auch eine Ausstellung mit Bildern angesehen, die von einem ehemaligen Häftling stammen. Seine künstlerische Verarbeitung der schlimmen Erlebnisse im Lager und später auf der Flucht machten die Schüler besonders nachdenklich. Auch ein paar Fotos dieser Werke hängen auf dem Flur der Kreisverwaltung.
"Für mich war das Lager Birkenau am eindrucksvollsten. Diesen Anblick werde ich nie vergessen", sagte Weronika Pawlak vom polnischen Gymnasium. Ihre Klassenkameradin Matylda Kaminska findet es unglaublich, wie viele Menschen dort getötet wurden. Was die Schüler in Ausschwitz gesehen haben, liefert ihnen starke Argumente gegen den Rechtsextremismus. "Uns ist schon sehr klar, dass das sehr, sehr falsch ist", resümiert Erik Schwarz aus Demmin.
Bereits für November bereiten die Partnerschulen ihr nächstes Projekt vor. Dann wollen sich wieder zwei Schülergruppen in der Nähe von Breslau (Wroclaw), in Kreisau (Krzyzowa), treffen. Die kleine Stadt ist Namensgeberin der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis gegen die Nazis, der auch Helmuth James Graf von Moltke angehörte. Eine Woche lang wollen sich die Schüler dann mit der Geheimorganisation beschäftigen, sagte Jolanta Wilkocka, zuständige Lehrerin für Europaprojekte am Stettiner Gymnasium. Zeugen des Widerstands dieser Zeit gebe es leider nicht mehr, "aber wir werden mit den Leuten vor Ort sprechen."
Nordkurier-Demmin
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