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Polizei warnt: Rechtsextreme wollen sich in Greifswald einrichten
29.05.2008
Greifswald In der Hansestadt sind neuerlich Parolen und Zeichen im öffentlichen Raum gesprüht worden, die laut dem Leiter der Polizeiinspektion, Gunnar Mächler, offenbar dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind. Betroffen waren diesmal die Universitätsbibliothek am Berthold-Beitz-Platz sowie die Mensa am Stadtwall. An den Wänden beider Gebäude prangten gestern meterlange Losungen sowie Hakenkreuze. Ein an der Mensa entdeckter Spruch mit Hakenkreuz richtete sich gegen ein für gestern angekündigtes Konzert der Newcomer-Band Jennifer Rostock. Dieses ist Teil einer Veranstaltungsreihe der Sparkasse Vorpommern, die im Vorfeld als "Aktionswoche gegen Rechtsextremismus" angekündigt wurde. Laut Polizeioberrat Gunnar Mächler gibt es Hinweise darauf, dass rechtsextreme Gruppierungen versuchen, sich in Greifswald niederzulassen. In jüngerer Zeit mehrten sich Schmierereien mit rechtsextremem Anstrich, sagte Mächler gestern. Er verwies auf den Landkreis, der ein Problem mit rechten Kameradschaften habe, das nun auch auf Greifswald überzugreifen scheine.
Im Frühjahr hatten Unbekannte mehrmals im Ostseeviertel und in Schönwalde Neonazi-Parolen gesprüht sowie unzählige Werbeaufkleber der rechten "Heimattreuen Deutschen Jugend" geklebt. Mitstreier der wegen ihrer Vorgehensweise nicht unumstrittenen, jedoch grundsätzlich gegen Rechtsextremismus gerichteten Antifa-Gruppierung warnten daraufhin vor der neuerlichen Etablierung einer Neonazi-Szene. In den letzten Jahren seien mehrere Neonazikader aus Berlin nach Greifswald gezogen, um hier Nachwuchs zu rekrutieren. Erst am 20. Mai hatten Einsatzkräfte des Staatsschutzes die Wohnung eines Greifswalder Studenten in Wusterhusen nach Beweismitteln für die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts durchsucht. Unter dem Eindruck dieser Durchsuchung und wiederholter rechtsextremer Schmierereien haben Präventionsrat, Stadtjugendring und Pfadfinderbund Samstag zu einer Bürgerkonferenz gegen Rechts aufgerufen. Mit dem Treffen wolle man den Grundstein für ein breites Bündnis gegen Rechtsextremismus legen, hieß es im Vorfeld. S. JESKE
Ostseezeitung-Greifswald
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