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"Erinnerung wachhalten"
Der Ministerpräsident verteidigt zum 63. Jahrestag des Kriegsendes die Bemühungen um ein NPD-Verbot.
08.05.2008
Schwerin (dpa). Zum 63. Jahrestag des Kriegsendes hat Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) dazu aufgerufen, die Erinnerung an "das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte" wachzuhalten. Da immer weniger Zeitzeugen berichten könnten, müssten Elternhaus und Schule "die Wahrheit über die abscheuliche und menschenverachtende Hitler-Barbarei" weitertragen. Ringstorff verteidigte gestern zugleich die Bemühungen um ein NPD-Verbot: "Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um den neuen Nazis den Boden zu entziehen." Für die Feinde von Demokratie und Toleranz dürfe es keine Toleranz geben.
Heute will der Regierungschef einen Kranz am Mahnmal für die Opfer der Todesmärsche von KZ-Gefangenen in Raben Steinfeld niederlegen. In dem Ort am Schweriner See endeten im Frühjahr 1945 die Todesmärsche Tausender Häftlinge aus den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen zwischen den Fronten der alliierten Truppen. Auch der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Armin Jäger, kündigte seine Teilnahme an der Kranzniederlegung an. Jäger erklärte, ihm sei es wichtig, an zwei Diktaturen auf deutschem Boden zu erinnern. Der 8. Mai 1945 sei "ganz klar der Tag der Befreiung Deutschlands von der nationalsozialistischen Barbarei" gewesen. "Allerdings hat an diesem Tag unter Hammer und Sichel auch eine neue Diktatur begonnen." In Konzentrationslagern wie Fünfeichen bei Neubrandenburg sei weiter gefoltert und gemordet worden. "Dies darf genauso wenig in Vergessenheit geraten wie die Tatsache, dass mit diesem Tag für Millionen Deutsche die
Vertreibung aus ihrer Heimat in den heutigen osteuropäischen Staaten begann."
Der innenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter, bedauerte, dass der Jahrestag der Befreiung vom Faschismus und der Beendigung des Zweiten Weltkrieges nur in Mecklenburg-Vorpommern offizieller Gedenktag ist. Der Schwur der befreiten Häftlinge des KZ Buchenwald "Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!" habe nichts an Aktualität verloren, betonte Ritter. Rechtsextreme und neofaschistische Parteien versuchten in der Mitte der Gesellschaft Fuß zu fassen. Dem müsse durch ein Verbot der NPD ein Riegel vorgeschoben werden, forderte der Linkspolitiker.
Nordkurier
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