Arbeit mit der Jugend braucht Vielfalt und gute Projekte
31.03.2008
Ostvorpommern/Uecker-Randow (NI). Jugend und Rechtsextremismus, wie vielfältig und schwierig dieses Thema ist, das mussten die Delegierten der 20. Vollversammlung des Landesjugendringes Mecklenburg-Vorpommern auf ihrer Tagung erfahren. Zu Beginn waren es Landespolitiker, die den jungen Leuten aus den verschiedenen Vereinen und Verbänden des Landes mit ihren Grußworten Mut machten, an dieser Problematik dran zu bleiben. Hans Kreher (FDP), Vizepräsident des Landtages, ist überzeugt, dass junge Menschen, die frühzeitig lernen für sich und andere Verantwortung zu tragen, auch in der Lage sind, Aufgaben im Ehrenamt zu übernehmen und es verstehen, andere zu begeistern. Doch dürfe man nicht vergessen, dass bei den letzten Landtagswahlen 16,8 Prozent der Wähler unter 30 Jahren die NPD gewählt hätten. "Wir jedenfalls versprechen euch, dass wir alles daran setzen, dass der Einzug der NPD im Landtag einmalig war", so Kreher.
Die NPD-Abgeordneten würden auf Landesebene keinen großen Einfluss auf die Landespolitik nehmen, meinte die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp. "Sind die Medien da, dann setzen sie sich in Szene." Doch mit Demokratie hätten sie nichts am Hut. Die politische Konfrontation zu suchen, sei zwar mühsam, jedoch hilfreich, so Schlupp.
"Die Lehren der Geschichte unter den jungen Leuten wach zu halten, ist sehr wichtig", meinte Jörg Böhm (Linkspartei) vom Arbeitskreis Soziales, Bildung und Kultur. Deshalb setze sich seine Partei im Land besonders für den Erhalt der Schul- und Sozialarbeiter ein und dafür, dass es einen bedarfsgerechten Ausbau der Schuldnerberatungen Land gebe.
Für Martina Tegtmeier, SPD- Fraktion, ist es wichtig, manchmal mit einer anderen Denkweise an die Dinge heranzugehen. So könne es nicht sein, dass Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren noch als Kinder behandelt werden. Auch müsse die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen finanziell besser ausgestattet werden. Erste Projekte gebe es schon, an denen auch der Landesjugendring einen nicht geringen Anteil habe, wie zum Beispiel "Zeitsprünge" und die Beteiligungswerkstatt. Hier würden sie lernen, aktiv an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen.
Doch das alle Bemühungen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus lange nicht ausreichend sind, machten Regine Krüger-Finke und Heiko Polt vom Regionalzentrum für demokratische Kultur Südvorpommern deutlich. Sie erklärten, wie man rechtsextreme Strategien in den Landkreisen Uecker-Randow und Ostvorpommern besser erkennen und was man entgegensetzen sollte. "Das Thema Rechtsextremismus erfordert ein Umdenken in der Jugendarbeit", ist Krüger- Finke überzeugt. Deshalb müssen nach Meinung der Berater gute Projekte und gut ausgebildete Leute da sein und auch die finanzielle Ausstattung muss stimmen. Doch leider sehe es besonders im ländlichen Raum damit sehr schlecht aus. Gemeinden stehen mit ihren Haushalten oft in der Konsolidierung, können kein Geld mehr für Jugend- und Vereinsarbeit aufbringen. Junge Leute hält dann nichts mehr in der Region oder sie sind schnell empfänglich für andere Ideologien sowie Ideen.
Jens Bordel, Vorsitzender des Landes-Pfadfinderverbandes, weiß wie schwierig die Arbeit ist. "Unser Stammsitz ist in Greifswald. Gerne würden wir auch in Ostvorpommern und Uecker-Randow präsent sein. "Doch uns fehlen dort Einrichtungen, von wo aus wir ständig agieren können. Deshalb wäre es schön, wenn in Städten und größeren Gemeinden Jugendvereinshäuser entstehen würden."
Nordkurier-Anklam
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