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SA-Trupp hisste Hakenkreuzfahne auf dem Rathaus

Am 5. März 1933 entschied das deutsche Volk über die Zusammensetzung des Reichstages. Auch in Ribnitz wurden die Einwohner an die Wahlurnen gerufen. Stärkste Partei wurde die NSDAP.

08.03.2008

Ribnitz-Damgarten Vor 75 Jahren, am 9. März 1933, marschierte in Ribnitz, sekundiert von zwei Schutzpolizisten, ein SA-Trupp durch die Stadt. Am Rathaus angekommen, hissten sie hier eine Hakenkreuzfahne. Ortsgruppenleiter Otto Koeppe wandte sich anschließend an die wartende Menge mit den martialischen Worten: "Die Hakenkreuzfahne ist das äußere Zeichen unsers Sieges. Der Kampf geht weiter, bis der letzte Feind erledigt ist." Mit dieser Demonstration feierten die Ribnitzer Nazis ihren Erfolg bei den Reichstagswahlen vom 5. März. Zwar verpasste die NSDAP die absolute Mehrheit. Dennoch konnten sie im Vergleich zu den Reichstagswahlen vom 6. November 1932 weiter an Boden gewinnen. Auch in Ribnitz. Hier gelang es der NSDAP 1855 Stimmen auf sich zu vereinigen. Die SPD erhielt 718 Stimmen, die KPD 197 und die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) kam auf 532 Stimmen. Die Vorbereitungen der Reichstagswahlen fanden in einem Klima statt, das nach dem Reichstagsbrand am 27. Februar 1933 gekennzeichnet durch den ungezügelten Terror der Nazis. In Ribnitz verlief die Wahl vom 5. März wie in vielen anderen Städten im Vergleich zu den vorangegangenen Wahlen allerdings erstaunlich ruhig. Kein Wunder, denn in der Boddenstadt patrouillierte eine Hilfspolizei. Sie stand unter der Leitung der Landespolizei und wurde durch diese vereidigt und bewaffnet. Diese Hilfstruppe wurde ausgerechnet von Mitgliedern des Ribnitzer Stahlhelm und der SA gestellt.

Nach den Wahlen bauten die Nazis im gesamten Land ihre Machtposition weiter aus. Ein entscheidendes Instrument hierfür war das "Vorläufige Gesetz zur Gleichschaltung der Länder im Reich" vom 31. März 1933. Es beinhaltete die Auflösung aller parlamentarischen Vertretungen von den Landtagen bis zu den Gemeindeparlamenten. Diese wurden nach den Ergebnissen der Reichstagswahlen vom 5. März 1933 neu gebildet. Die KPD blieb fortan aus allen Vertretungen ausgeschlossen, da alle gewonnenen Sitze auf Wahlvorschläge der KPD für unwirksam erklärt wurden. Die SPD war mit deutlich weniger Abgeordneten repräsentiert. Für die Stadt Ribnitz hieß das: Hatte die NSDAP in der im Jahre 1930 gewählten Stadtvertretung keinen einzigen Sitz, so stellte sie in der im April 1933 neu gebildeten Stadtverordnetenversammlung sechs Abgeordnete und damit die stärkste Fraktion. Die SPD war zu diesem Zeitpunkt noch mit drei, die DNVP mit zwei Abgeordneten vertreten. Die sozialdemokratischen Abgeordneten wurden nur wenige Monate später mit dem Verbot der SPD am 22. Juni 1933 endgültig aus dem Ribnitzer Stadtparlament vertrieben. E. STERNKIKER

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