Zentrum macht Demokratie im Alltag stark
21.02.2008
Stralsund - Demokratische Strukturen entwickeln und stärken sowie rechtsextremem Gedankengut vorbeugen - das haben sich die Mitarbeiter des Regionalzentrums für demokratische Struktur auf die Fahnen geschrieben. Das Stralsunder Zentrum ist eines von fünf im Land. Es arbeitet von hier aus unter dem Dach der Evangelischen Akademie MV für Stralsund, Rügen und ganz Nordvorpommern. Gestern wurde mit einer offiziellen Eröffnungsfeier in der Auferstehungskirche in Grünhufe die Aufbauarbeit abgeschlossen. Erwin Sellering, Minister für Gesundheit und Soziales MV, machte zur Eröffnung deutlich, wie wichtig für ihn die Arbeit des Regionalzentrums für demokratische Kultur ist. "Die NPD fordert die Demokratie heraus. Da muss der Staat reagieren." Sellering verwies auf die politische Auseinandersetzung mit der NPD, wie sie im Landtag geführt werde. Darüber hinaus sei bürgerschaftliches Engagement gefordert. Dieses zu stärken, zu bündeln und zu vernetzen wird eine Aufgabe der Regionalzentren sein. Jedes dieser Zentren hat dabei einen besonderen Schwerpunkt zu bearbeiten. Der in Stralsund liegt auf dem Thema Rechtsextremismus in Betrieben.
Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche, machte deutlich, dass das Regionalzentrum nicht ohne Grund in der Region zwischen Rügen und Nordvorpommern eingerichtet wurde. Von hier aus werde beispielsweise das rechtsextreme Störtebeker-Netz im Internet betrieben. Abromeit machte deutlich, dass die Kirche eine eindeutige Position gegenüber dem dort vertriebenen Gedankengut vertrete, dass es zu ihren Aufgabe gehört, die Demokratie zu schützen.
Über das Wie sprach Pastor Klaus-Dieter Kaiser, Leiter der Evangelischen Akademie MV. Er betonte, dass die Regionalzentren nicht die Feuerwehr des Rechtsstaates seien. "Die einmal errungene Demokratie bedarf kontinuierlicher Begleitung und Stärkung." Das Regionalzentrum in Stralsund will noch mehr Menschen motivieren, sie unterstützen, sich in ihrem Alltag für demokratische Bestrebungen und Strukturen zu engagieren. Dafür wollen die fünf Mitarbeiter um Leiter Hartmut Gutsche interessierten Gemeinden, Verbänden, Vereinen, Schulen, Kitas und Einzelpersonen entsprechende Angebote und Hilfen schaffen. Etwa wenn es darum geht, Weiterbildung zum Thema Rechtsextremismus zu organisieren, zu beraten, wenn rechtsextreme Akteure dabei sind, Vereine oder Elterngremien zu unterwandern und Argumente zu entwickeln, mit denen sich rechtsextreme Parolen im Unterricht oder Kollegenkreis entlarven lassen. JÖRG MATTERN
Das Regionalzentrum für demokratische Kultur Stralsund, Rügen, Nordvorpommern hat seinen Sitz in Stralsund, Carl-Heydemann-Ring 55, 0 38 31/28 25 84, Mail: stralsund@regionalzentren-eamv.de, Internet: www.regionalzentren-eamv.de
Ostseezeitung-Stralsund
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