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Rechtsextreme mieten sich in Waren ein

Zutts Patriotentreff beherbergt NPD-Bürgerbüro

19.01.2008

Von Antje Gest

Waren. Fast unbemerkt von der Warener Öffentlichkeit hat die NPD-Landtagsfraktion vor wenigen Tagen in der Kreisstadt ein Bürgerbüro eröffnet. Als Ansprechpartner präsentiert sich der Abgeordnete Birger Lüssow, der mit dem heutigen Tag 33 Jahre alt ist und im Herbst vergangenen Jahres bereits in seiner Heimatstadt Rostock ein Bürgerbüro eingerichtet hat.

Lüssow sitzt seit September 2006 im Schweriner Landtag und kommt dem Vernehmen nach aus der Kameradschaftsszene. Angst vor Ärger mit seinem Vermieter - wie anderenorts bei Anmietungen durch die Rechtsextremisten geschehen - muss der NPD-Politiker in Waren nicht haben. Denn Lüssow hat sich im Haus "Zutt's Patriotentreff" in der Mozartstraße einquartiert. Laden-Gründerin Doris Zutt ist selbst jahrelanges NPD-Mitglied und steht bei der Hessischen Landtagswahl am kommenden Wochenende sogar auf Platz eins der Kandidatenliste ihrer Partei. Und während nur die wenigsten Warener etwas von dem rechtsextremen Büro mitbekommen haben, laufen Anhänger und Mitglieder der so genannten "Antifaschistischen Initiative Röbel", kurz A.I.R. genannt, bereits Sturm gegen das NPD-Quartier. Wie sie im Internet berichten, versuchten 20 Antifaschisten das Verteilen von rechtsextremer Propaganda in der Warener Innenstadt zu stören. Mit eigenen Flugblättern wollte die Gruppe, die sich selbst als "Teil der progressiven linken Bewegung" bezeichnet, die Einheimischen aufklären. "Wir fordern Sie auf, einer rechtsextremen Partei wie der NPD heute in Waren kein Interesse, sondern Kritik zu zeigen", heißt es unter anderem auf dem Flugblatt. Außerdem fordern die Röbeler ein hohes Maß an Zivilcourage und verweisen in diesem Zusammenhang auf den Fall der Gärtner, die im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgten, als sie das Verteilen von "Nazi-CD's" an einer Warener Schule verhinderten. "Wir fordern Sie noch einmal auf, der NPD in Waren entschieden entgegenzutreten und keine Flugblätter einer Partei anzunehmen, die den Nährboden für Gewalttaten und menschenverachtende Ideologien darstellt", schreibt die Antifaschistische Initiative. Anhänger der Gruppe berichten im Internet zudem, dass an der Eröffnungsveranstaltung des Bürgerbüros in der Mozartstraße "prominente Nazis" teilgenommen haben.

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