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Ein starker Anfang
14.12.2007
von Markus Gärtner
Bützow. Das Ziel des Abends: Menschen zusammenbringen, Ideen austauschen und gemeinsam etwas bewegen gegen rechte Gewalt und für Toleranz. Dafür war das "Café Vielfalt" wie geschaffen. An 14 Tischen konnten die Besucher zu verschiedenen Themen ins Gespräch kommen. Pastorin Kathrin Oxen bot eine Kontaktbörse an und stellte auch die Angebote des "Bützower Bündnis für Demokratie und Toleranz" vor, das sich erstmals öffentlich präsentierte. Auf Wunsch organisiert das Bündnis vielfältige Veranstaltungen für Gruppen über die Arbeit der NPD bis zu Praxisübungen zur Vorbeugung von rechter Gewalt (siehe Infokasten). Die Angebote sind kostenlos.
An ihrem Tisch trafen sich dann auch die Interessen: Andreas Moritz vom Filmklub Güstrow will Netzwerke bilden und das Thema filmisch umsetzen. Sozialkunde-Lehrerin Annette Tessmer vom Geschwister-Scholl-Gymnasium stimmt zu: "Mit Film kann man Jugendliche erreichen." Das ehemalige Film-Angebot im Jugendclub An der Bleiche sei von ihren Schülern gemieden worden, weil dort Rechte gewesen seien. Auch die Idee eines Mehr-Generationen-Hauses kommt auf.
Netzwerk breitet sich aus Bürgermeister Lothar Stroppe betont: "Es ist wichtig, dass zum Bützower Bündnis noch viele Partner hinzukommen, es sind bisher vorwiegend Leute aus Sport und Schule." Er selber will mit dem Seniorenbeirat ins Gespräch kommen, um auch ältere Mitbürger zu erreichen. Andere bereits bestehende Ideen finden schon Nachahmer: Die vom TSV Bützow von seinen Spielern geforderte "Ehrenerklärung" (SVZ berichtete) sei schon von anderen Vereinen angefordert worden, sagt TSV-Präsident Karl Bittmann. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium hat man das Vorgehen gegen rechts in die Schulordnung aufgenommen, sagt Schulleiter Joachim Fiedler.
In einem Vortrag kam Maik Oswald von der Kripo Rostock auch auf die Probleme mit rechter Gewalt in Bützow zu sprechen: Es gebe einen festen Kern von 20 Personen, die aber nicht politisch motiviert seien. Ein Schwerpunkt sei Kurzen Trechow. Die Gewalt, wie beim Stadtfest im August, komme vor allem durch Alkoholrausch.
Kathrin Oxen vom Bützower Bündnis war zufrieden mit dem Auftakt. "Ich hoffe aber, dass sich noch mehr ergibt." Dem Bündnis traten am Ende des Abends schon knapp 60 Leute bei.
Schweriner Volkszeitung-Bützow
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