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Szeneklubs planen Klage gegen Rechte
Ikuwo, Klex und Pariser wollen gegen die Verfasser einer rechtsextremen Postille vorgehen, die jüngst in Greifswalder Briefkästen landete. Darin waren die Einrichtungen als Treffpunkte roter Krimineller bezeichnet worden.
01.11.2007
Greifswald. Nach den Anschuldigungen im rechtsextremen "Greifswalder Boten" gegen die linken Szeneklubs Ikuwo, Klex und Pariser wollen die Betroffenen gemeinsam auf die Vorwürfe reagieren. Ihre Pläne präsentierten sie gestern. Jan Holten, Sprecher des Ikuwo: "Wir werden auf drei Gebieten aktiv. Erstens wollen wir in der Stadt über uns informieren und zeigen, dass die Kriminalisierung unserer Einrichtungen haltlos ist. Zweitens prüfen wir juristische Schritte gegen die Verfasser. Drittens möchten wir allgemein das Problem der Neuen Rechten in Greifswald breiter diskutieren." Ikuwo, Klex und Pariser planen eine Unterlassungsklage gegen den Verantwortlichen des Greifswalder Boten: Das ist Enrico Hamisch, Wahlkreismitarbeiter von Tino Müller, dem NPD-Fraktionsvize im Schweriner Landtag. "Wir müssen noch einige Details mit unserer Rechtsschutzversicherung abklären, sind aber optimistisch, da ein ähnliches Vorgehen eines Pasewalker Jugendklubs gegen die Verleumdung von Rechtsextremisten kürzlich schon erfolgreich war", betonte Yvonne Görs, Mitarbeiterin des Stadtjugendrings - dem Betreiber des Klex.
Der Greifswalder Bote hatte in seiner jüngsten Ausgabe behauptet, Klex, Pariser und Ikuwo seien "polizeilich bekannte Anlaufpunkte der roten Kriminellen." Von diesen Orten gingen zumeist Straftaten aus oder sie würden dort geplant. Hans-Peter Stubbe, Chef des Greifswalder Kriminalkommisariats hatte auf Nachfrage bereits betont, dass diese Anschuldigungen nicht durch Tatsachen unterlegt würden. Yvonne Görs distanzierte sich nun ebenfalls von Straftätern: "Wir stehen zwar dazu, dass bei uns Leute aus der Antifa-Szene sind. Das ist eine wichtige Kultur. Aber Vandalismus verurteilen wir." Sylvia Vierling, Mitarbeiterin des Greifswalder Jugendamtes, wies daraufhin, dass die Einrichtungen durch Mittel der öffentlichen Hand gefördert würden. Dies sei ein Anzeichen für die gute Arbeit der Häuser, andererseits aber auch Verpflichtung, sofort aktiv zu werden, wenn sich kriminelle Tendenzen abzeichneten. Dieser Verantwortung sei man sich bewusst, sagte Holten.
Er betonte, dass es wichtig sei, Ziele und Methoden der Neuen Rechten stärker in den Blickpunkt der Greifswalder Bevölkerung zu rücken: "Denn zumindest in unseren Plattenbausiedlungen haben sie etliche Sympathisanten." Der Stadtjugendring plant für 2008 neue Infoveranstaltungen zu dem Thema für Schulklassen in der Hansestadt.
ALEXANDER LOEW
Ostseezeitung
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