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OB König rügt Ratjens Äußerungen
Oberbürgermeister Arthur König wendet sich in der Debatte um den Verkauf von Thor Steinar Kleidung in Greifswald mit einem offenen Brief an Sebastian Ratjen. Der FDP-Landtagsabgeordnete hatte der Stadt vorgeworfen, mit öffentlichem Druck die baldige Schließung des Ladens, der die Produkte in der Dompassage verkauft, bewirkt zu haben.
02.10.2007
Sehr geehrter Herr Ratjen,
im Internet habe ich Ihre Äußerungen gelesen, die Sie in der OZ gemacht haben. Sie sprechen vom "Terror politischer Überkorrektheit" durch die Präventionsbeauftragte und werfen der Stadt vor, Arbeitsplätze zu vernichten. Das möchte ich zurückweisen. Herr Ratjen, damit haben Sie eine Grenze überschritten. Die Universitäts- und Hansestadt leistet hervorragende Aufklärungsarbeit vor allem im Hinblick auf rechtsextremistisches Gedankengut. Wenn Sie engagiertes Vorgehen gegen Rechts als "Terror" bezeichnen, finde ich das mehr als bedenklich. Es offenbart eine hinterfragenswerte Einstellung zum Rechtsextremismus. Gleichzeitig schüchtern Sie damit jene ein, die couragiert gegen Rechts auftreten. Laut Verfassungsschutz Brandenburg bedient sich die Thor-Steinar Mediatex GmbH bewusst in Farbgebung und Schriftzügen einer als völkisch verstandenen Symbolik. Rechtsextremisten fühlen sich davon angesprochen. Von einer Vereinnahmung der Marke durch Rechtsextremisten kann keine Rede sein. Als bekannt wurde, dass der MCS-Fashionstore die Marke "Thor Steinar" anbietet, gab es Gespräche mit dem Management der Dompassage. Ziel war es, den Verkauf der Marke zu verhindern. Eine Schließung des Ladens lag nicht im Interesse der Stadt. Dafür gab es auch keine rechtliche Handhabe. Wenn Sie davon sprechen, dass die Stadt dafür verantwortlich ist, dass zwei Angestellte entlassen werden müssen, dann ist das schlichtweg falsch. (...)
Nach all den Informationen, die Sie in der Debatte erhalten haben, sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie "Thor Steinar" nicht demokratisieren können, indem Sie eine Jacke davon tragen. Damit stärken Sie das rechte Netzwerk.
Ostseezeitung-Greifswald
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