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Rückhalt für Laden-Chefin
20.09.2007
Greifswald - FDP-Landtagsabgeordneter Sebastian Ratjen hat sich hinter die Inhaberin des MCS-Fashionstores in der Dompassage gestellt, die in ihrem Geschäft Kleidung der umstrittenen Marke Thor Steinar verkauft (OZ berichtete). "Es darf jetzt keine Hetzjagd auf die Frau veranstaltet werden. Ich habe mit ihr gesprochen, sie hat mit Rechtsextremen nichts am Hut", schätzte Ratjen ein. Er verwahrte sich auch dagegen, dass Thor Steinar in der öffentlichen Debatte als Neonazi-Label bezeichnet werde: "Ich kenne Leute, die diese Sachen tragen, weil die Schnitte gut sind. Die sind nicht rechts." Man solle die Marke vielmehr nicht den Extremen überlassen, sondern sie ins demokratische Spektrum holen: "Auch wenn die Firma germanische Runen verwendet - die sind schließlich älter als die Nazis", sagte Ratjen.
Rechtsextremismus-Experte Dierk Borstel von der Uni Greifswald untermauerte hingegen, dass es sich bei Thor Steinar um eine Firma handle, die bewusst Kleidung für Neonazis produziere: "Die wurden nicht vereinnahmt. Das hat eine andere Qualität als bei Lonsdale, wo sich das Unternehmen klar gegen dieses Image wehrt." Das erste Thor-Steinar-Logo habe aus der Tyr-Rune (Ärmelabzeichen der SA-Reichsführerschule) und der Gibor-Rune (Symbol von SS-Divisionen) bestanden, sagte Borstel.
Der Manager der Dompassage, Ralf Müller, kündigte an, sich genau mit dem Verkauf der Kleidung im MCS-Fashionstore zu beschäftigen und mögliche Konsequenzen, die in seinem Entscheidungsrahmen liegen, durchzusetzen. Auch Christine Dembski, Koordinatorin des Präventionsrates, betonte, dass die Stadt eine konkrete Reaktion auf den Verkauf der Thor-Steinar-Sachen vorbereite.
A.LOEW
Ostseezeitung-Greifswald
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