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Mit Stolpersteinen heimgekehrt
Bildhauer Gunter Demnig verlegte gestern acht Stolpersteine in der Altstadt - zur Erinnerung an jüdische Schicksale.
19.09.2007
Stralsund. Trotz Regenwetters scharte sich eine beachtliche Menschentraube um Bildhauer Gunter Demnig, als gestern acht weitere Stolpersteine in der Altstadt verlegt wurden. Charlotte und Georg Lesser waren die Ersten, deren Namen im Pflaster vor H & M verewigt wurden.
Wegen ihres jüdischen Glaubens musste das Ehepaar Lesser seine Heimatstadt Stralsund Ende der 30er-Jahre verlassen. Die beiden hofften, in Berlin sicherer zu sein, doch 1942 wurden sie von den Nazis deportiert. Direkt neben den Steinen ihrer verwandten Familie Cohn kehren sie nun in die Ossenreyerstraße zurück nach Hause, wie Ute Nitz erklärt.
Gemeinsam mit Jörg Zink unterstützt das Bürgerschaftsmitglied das Verlegen der Stolpersteine aus Messing. "Wir bringen die Familien an ihren letzten selbst gewählten Wohnsitz zurück, um ihre Namen und Geschichten in Erinnerung zu rufen", sagt Ute Nitz.
Die Familien Steinfeld und Eckdisch kamen so ebenfalls zurück, in die Frankenstraße. In der Langenstraße wurden die Steine des Ehepaares Joseph eingesetzt. Hannelore Böttcher kannte Eltern und Kinder der Familie persönlich: "Es war furchtbar, selbst noch Kind zu sein und mitzubekommen, wie sehr andere Kinder unter der damaligen Situation leiden mussten. Plötzlich standen sie allein und ohne Eltern da."
Doch die Kinder der Josephs überlebten, und Hannelore Böttcher findet die Idee der Stolpersteine großartig: "Es darf nicht vergessen werden, was Menschen anderen Menschen angetan haben", sagt sie.
Ostseezeitung-Stralsund
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