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Karneval der Kulturen am Pasewalker Gymnasium
08.09.2007
Von Julia Hahnke
Pasewalk. Die Anwohner rund um das Gymnasium trauten kürzlich ihren Ohren kaum, als gegen bereits 7.45 Uhr laute, schrille Gitarrenklänge vom Schulhof dröhnten. Die Schülerband eröffnete den Projekttag mit dem Toten-Hosen-Song "Willkommen in Deutschland" und setzte somit das erste Zeichen gegen Rassismus. "Dieser Karneval der Kulturen bettet sich ein in das Gesamtengagement der Schule gegen Rechtsextremismus", meint Schulleiter Rüdiger Hundt. Das Organisatoren-Team der Schule Nina Stange, Martha Harenburg, Aileen Stechow, Hagen Verleger, Franziska Gutzmer und Religionslehrer Kay-Marcus Möhring hatten eine Menge vorbereitet. An diesem Tag wurde der Einrichtung auch die Anerkennung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" verliehen (Nordkurier berichtete). Dieses Motto war Begleiter für den ganzen Tag. Sportlich ging es mit Karate-Vorführungen und der Bewegungskunst Qi Gong zu. Die Lesung des Buches "Adressat unbekannt" kam bei den Schülern besonders gut an, auf Grund der authentischen Vorleser Clemens von Ramin und Andreas Lübbers.
Sozialkundelehrer Uwe Ochsendorf fand das Engagement der Schule an diesem Tag bemerkenswert, jedoch sei es "jammerschade", dass es in Mecklenburg-Vorpommern nur drei Schulen gebe, die sich an diesem Projekt beteiligt haben. Aus seiner Sicht wäre Löcknitz ebenfalls eine geeignete Schule hierfür.
Später verwandelte sich der Schulhof in eine Open-air-Arena. 400 Besucher trafen nach und nach ein, um die drei angekündigten Bands "Soundgulasch", "12. April" und "Emplify" zu hören und zu sehen. Alle drei Bands spielten überzeugend und vor allem "12. April" aus Hamburg kam besonders gut an.
Coversongs von The Doors oder Metallica erhielten viel Applaus und der Schulhof wirkte im Neonscheinwerferlicht viel einladender als sonst. Die euphorische Stimmung ließ aber auch Kritik aufkommen. Ein Junge war unter den Gästen, der seinen Namen nicht nennen wollte. Er, sagte: "Das der Titel ,Schule ohne Rassismus' zwar schön und politisch korrekt sei, aber nicht aussagekräftig für eine Schule, deren Ausländerquote schätzungsweise null Prozent beträgt. Folglich bedarf es auch keiner Courage, nicht rassistisch gegenüber seinen Mitschülern zu sein."
Ein Dankeschön gilt dem Sponsor Bredlow GmbH Straßen- und Tiefbau und dem Hausmeister der Schule für die Hilfe.
Nordkurier-Pasewalk
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