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Debatte nach dem Rauswurf
Mit der Versetzung der Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung beginnt eine Debatte über die Zukunft der politischen Bildung im Land. Kultusminister Henry Tesch (CDU) forderte eine stärkere "öffentliche Erkennbarkeit" der Arbeit. Sein SPD-Pendant Mathias Brodkorb geht im nebenstehenden Standpunkt weiter: Die Landeszentrale müsse sich selbst neu erfinden.
07.09.2007
von Max-Stefan Koslik
SCHWERIN - Genau vor einer Woche erhielt Regine Marquardt aus Teschs Händen ihre Abberufung und die Berufung an die Spitze der Landesbibliothek. Zwar hat die überraschende Entscheidung des CDU-Ministers für Irritationen bei der SPD und zu einem Pflichtbesuch des Ministers bei Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) gesorgt, aber letztlich war der Prozess nicht mehr aufzuhalten.
Daran änderte auch nichts, dass die Landeszentrale und ihre Chefin quasi in letzter Minute ihre Aktivitäten gegen Rechtsextremismus aus dem Jahr 2005 (!) bilanzierte, und speziell auf das 1999 (!) aufgelegte Programm "Pro Zivilcourage - gegen Extremismus" verwies. Ein Programm, das sich vorrangig an Multiplikatoren wandte. Zu spät.
Gerade an der von Regine Marquardt stets betonten Multiplikatorenarbeit, Lehrerfortbildung und ähnliches, entzündet sich seit Jahren immer wieder der Streit. Bildungsminister Henry Tesch bringt seine Erwartungen auf den Punkt:"Wir müssen raus zu den Menschen. Wir brauchen eine stärkere Präsenz in der Fläche. Und wir wollen Kooperationen mit Dritten aufbauen." Der von Marquardt fein zisilierten Unterteilung:
•Landeszentrale für Politische Bildung gleich Erwachsenenbildung,
•Landesbeauftragter für Stasiunterlagen und Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen in Schwerin gleich Schülerbildung erteilt Tesch damit eine klare Absage.
PDS-Landeschef Peter Ritter fordert, angesichts des Erstarken des Rechtsextremismus künftig weit mehr in die Fläche zu gehen, und mehr Prävention und Aufklärung zu betreiben. Der eingeschlagene Weg müsse jetzt unabhängig von Personaldiskussionen weiter verfolgt werden.
Der Bildungsminister setzt auf neue Kooperationen zwischen dem Landesinstitut für Schulen und Ausbildung, der Landeszentrale für politische Bildung und dem Beauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes.
Für Tesch ist zudem klar, dass künftig viel mehr "politikferne Zielgruppen" erfasst werden müssen. Dazu sollen spezielle Angebote für unterschiedliche Zielgruppen gemacht und neue Medien genutzt werden. Tesch: "Die öffentliche Erkennbarkeit der Landeszentrale muss verbessert werden."
Schweriner Volkszeitung
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