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So sicher ist Rostock

Hansa-Fans sind immer gewaltbereiter. Linke und rechte Szene-Anhänger werden aggressiver. Viele Rostocker sind verunsichert. Was tut die Polizei? Ihr Chef Olaf Kühl hat sich gestern in Reutershagen den Fragen der Bürger gestellt.

03.09.2007

ROSTOCK - Die Polizei in Rostock verzeichnet zwar weniger Straftaten - die Täter werden aber immer gewalttätiger. Das hat Polizeioberrat Olaf Kühl, Leiter der Polizeiinspektion Rostock, gestern beim "Talk zum Sonntag" zur Sicherheitslage der Hansestadt gesagt.

"Die Kriminalitätsentwicklung nimmt tendenziell weiter ab", sagte Kühl. "Leider werden die Täter immer gewalttätiger." Pro Hunderttausend Einwohner nehmen die Beamten rund 12000 Straftaten im Jahr auf. Der Landesdurchschnitt liege bei 10 000. Rostock läge damit hinter Schwerin, Wismar und Stralsund - die Hansestadt steht auf Platz Vier der unsichersten Städte in Mecklenburg-Vorpommern. "Obwohl wir das wirtschaftliche Zentrum des Nordostens sind", so der Polizeichef.

Zu den häufigsten Straffälligen zählen junge Rostocker unter 30Jahren. Nur rund fünf Prozent von ihnen werden überhaupt auffällig. "Um die muss man sich aber kümmern", erklärte Kühl.

70 bis 80 Personen gehören der rechten Szene anZu den stärksten Problemfeldern zählt nach Angaben des Rostockers der rechte Laden "East Cost Corner" in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Hier polarisieren linke wie rechte Szene-Anhänger. "Wir können klar sagen, dass zur rechten Szene rund 70 bis 80 Personen zählen" so der Beamte. "Wiederum sind die linken Anhänger nach dem G8Gipfel deutlich gefestigt und haben in dem Laden nun ein Zielobjekt gefunden, das sie zusammen bekämpfen können."

Auch die zunehmende Gewaltbereitschaft der Hansa-Rostock-Fans sorgt die Beamten. "Unsere Mannschaft hat die aggressivsten Fans des bezahlten Fußballs", so der Beamte. Beim Spiel am Sonnabend seien wieder mehr Polizisten im Einsatz gewesen als beim ersten Heimspiel. "Das ist sehr schade, gerade weil der Verein in seinem Fanprojekt so stark daran arbeitet, das Gewaltpotenzial zu senken", so Kühl.

Den Problemfeldern gegenüber steht weiter drohender Personalabbau bei der Polizei. "Die Aufgaben werden mehr, das Personal weniger. Das Resultat: Weniger Polizeipräsenz auf Rostocks Straßen", erklärt Kühl. "Es ist Fakt: Es wird weiter Personal abgebaut."

Rund 400 Beamte sind zurzeit in der Hansestadt tätig. Zahlreiche schieben nach Angaben ihres Chefs mehr als 40 Überstunden vor sich her. Dem Personalabbau könne nur eine politische Entscheidung der Landesregierung entgegenwirken.

Schweriner Volkszeitung

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