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Geschäftssinn und Randale
Rechtsextreme Szene-Läden schießen in MV wie Pilze aus dem Boden
21.08.2007
von Thomas Volgmann
Rostock/Schwerin - In der Nacht zum Sonntag flog ein Stein in das Schaufenster des Schweriner "Thule Store". Verletzt wurde niemand. Es entstand Sachschaden. Von den Angreifern fehlt bislang jede Spur.
Zum wiederholten Mal sind ebenfalls am Wochenende die Fensterscheiben des "East Coast Corner" in Rostock zu Bruch gegangen. Auch hier werden die Täter im linken militanten Lager vermutet, doch Genaues ist bislang nicht bekannt.
Neonazis wollen mit Szene-Läden nicht nur Geld verdienen und das eigene Klientel mit teuren Klamotten und Treffpunkten versorgen. Sie wollen vor allem Eines: Gewalt provozieren, und sie haben Erfolg.
Ob "New Dawn" in Anklam, "Sonnenbanner" in Stralsund, "East Coast Corner" in Rostock, "Werwolfshop" in Wismar oder "Thule Store" in Schwerin - Läden speziell für rechtsextreme Kunden schießen in Mecklenburg-Vorpommern wie Pilze aus dem Boden. Stellten noch vor Monaten vor allem Klamotten von Thor Steinar, der rechtsextremen Hausmarke mit eher versteckter völkischer Symbolik, das Hauptsortiment, gibt es in den Szene-Läden inzwischen nahezu alles, was das nationalistische Herz begehrt.
Der "Thule Store" in Schwerin wirbt unverholen auf seiner Internetseite für das Buch "Vom Nationalen Widerstand zum Nationalen Angriff". Dazu sind unter anderem die CD mit dem unmissverständlichen Titel "Die Endlöser ? wir geben Gas" und ein T-Shirt "Ewiges Reich Germania" im Angebot. Dieses Baumwoll-Shirt vom Label "Max H8" (H8 ist die Neonazi-Abkürzung für Heil Hitler) ist für schlappe 24 Euro zu bekommen.
Dass es bei den Szene-Läden neben dem Geschäft vor allem auch um Gewalt geht, zeigt das Beispiel Wismar. So sorgte der "Werwolfshop" in der Hansestadt vor einem Jahr bundesweit für Aufsehen. Eine Horde glatzköpfiger Jugendlicher stürmte damals mit Baseball-Schlägern aus dem Laden heraus auf einen vorbeiziehenden Demonstrationszug zu und ließ sich dabei filmen. Polizeibeamte konnten die durchgeknallten Schläger nur mit gezogener Pistole aufhalten.
Schweriner Volkszeitung
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