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"Opfer müssen länger warten"
Der Verein Lobbi kritisiert die Pläne für die künftige Beratung von Geschädigten rechter Gewalt.
01.08.2007
Neubrandenburg (dpa). Opfer rechter Gewalt müssen nach Angaben des Opfervereins Lobbi im Nordosten künftig länger auf Beratung warten. "Von bisher sechs Vollzeitstellen bleiben uns nach Plänen des Landes nur vier Teilzeitstellen", sagte Lobbi-Sprecher Kay Bolick gestern in Neubrandenburg. Das komme vom 1. August an faktisch einer Halbierung der Arbeitszeit der Opferberater gleich. Lobbi war 2001 mit Bundesförderung entstanden. Die Förderung des Bundes lief im Juni aus, seither werde mit dem Land verhandelt. Lobbi habe 2006 rund 200 Opfer rechter Gewalt, Angehörige und Zeugen von Übergriffen beraten. Es seien deutlich mehr Übergriffe als 2005 gewesen. "Es wird sehr schwierig, unser Programm mit solch einem krassen Einschnitt aufrechtzuerhalten", sagte Bolick. Man wolle das Angebot für Beratung aber nicht ganz wegfallen lassen. "Wir werden es ein halbes bis ein Jahr lang testen", meinte Bolick. Man hoffe allerdings noch auf Verbesserungen aus dem Schweriner Sozialministerium.
Im Nordosten sollen ab heute fünf feste Regionalzentren für die Förderung von Demokratie und Toleranz mit 20 Mitarbeitern ihre Arbeit aufnehmen. Diese werden mit mehr als 1,4 Millionen Euro vom Land gefördert. Sie sollen laut Bolick Teilaufgaben - wie Vorträge an Schulen - von Lobbi übernehmen und landesübergreifend Projekte gegen Rechtsextremismus initiieren. Die Opferberatung sollte aber unabhängig bleiben. Die Zentren folgten vier mobilen Beratungsteams, die es bisher in Schwerin, Rostock, Waren und Greifswald gab, deren Bundesförderung allerdings durch den Wegfall des Programms Civitas entfallen war. Die Regionalzentren sollen auf Anregung einer wissenschaftlichen Begleitgruppe nicht in großen Städten des Landes angesiedelt werden, sondern in Städten wie Ludwigslust oder Anklam (Nordkurier berichtete).
www.lobbi-mv.de
Nordkurier
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