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Fuchs: "Keiner hat ´Sieg Heil´ gerufen"
29.07.2007
Heringsdorf. Die sieben Selliner Jugendlichen, die laut Polizeiangaben in der Nacht zum Mittwoch eine Jugendgruppe auf einem Grillplatz am Schmollensee drangsaliert haben sollen (OZ berichtete), wurden am Donnerstag einzeln von der Kriminalpolizei vernommen.
Erschrocken über die Einordnung ihrer Tat ins rechte politische Spektrum, bemühen sie sich jetzt um Schadensbegrenzung. Roman Fuchs, dessen 18. Geburtstagsfeier Ausgangspunkt des, wie er es nannte "Kontrollganges am See" war, sagte nach der Vernehmung gegenüber unserer Zeitung: "Im Anschluss an meine Feier sahen wir das Lagerfeuer und wollten gucken, wer da sitzt. Dann haben wir mitbekommen, dass die Jugendlichen Drogen hatten. Wir haben gesagt, dass wir so etwas hier nicht haben wollen. Blöd, dass ein Kumpel von mir ins Lagerfeuer gepinkelt hat und wir andere mit Bier bespritzt haben." Das Ganze sei eben dumm gelaufen, sagt er.
Und weiter: Danach seien zwei der Jugendlichen losgezogen. "Vermutlich holten sie die Polizei. Jedenfalls erwartete die uns bei der Rückkehr am Haus. Wir haben den Beamten gesagt, dass 'die kiffen'. Sie haben uns aber gar nicht zugehört. Am Ende dachten wir, die Sache sei erledigt", so Fuchs.
Wie die Beschuldigung der 'Sieg Heil-Rufe" zu Stande kam, kann sich der Selliner nur so zusammen reimen. "Einer unserer Freunde heißt Sieg, er kam später ans Feuer und wir haben ihn mit ,Hey Sieg' begrüßt", erklärt er gegenüber unserer Zeitung.
Wie Polizeisprecher Axel Falkenberg auf OZ-Nachfrage erläutert, seien die Ermittlungen mit der Vernehmung der Beschuldigten nicht abgeschlossen. "Bislang sieht es so aus, als wenn sich der ursprüngliche Vorwurf des Missbrauchs von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen möglicher Weise nicht bestätigt." Falkenberg wiederholt die Version von "Kumpel Sieg" als Erklärung für die ursprüngliche Beschuldigung und sagt, dass sich im Zuge der Ermittlungen möglicher Weise andere Anschuldigungen ergeben könnten. Bis gestern gab es laut Falkenberg nur eine Anzeige. Warum die nach Schilderung der Jugendlichen informierten Kollegen deren Gegenvorwurf nicht sofort prüften, müsse er erst untersuchen.
A. G.
Ostseezeitung-Usedom
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